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Foto: Arku
Mit dem Edge Breaker 4000 erzielt Südstahl beim Entfernen starker Grate nach dem Brennschneiden eine herausragende Qualität und einen höheren Durchsatz.

Umformtechnik

Selbst starke Grate mühelos entfernen

Nach dem Brennschneiden setzt man bei Südstahl auf eine kraftvolle Arku-Maschine, die starke Grate in nur einem Durchgang oben und unten entfernt. 

Anfang des Jahres 2018 zog mit dem Edge Breaker 4000 eine speziell für das Entfernen starker Grate konzipierte Maschine aus dem Hause Arku in die Südstahl-Hallen ein. Das mittelständische Familienunternehmen im bayerischen Mertingen bietet Blechzuschnitte bis 300 mm, bearbeitete Schweißbaugruppen bis 20 t und maßgeschneiderte Lagersysteme wie Paternoster, Schneidemaschinen und Fördersysteme (Produkte der kürzlich übernommenen Traditionsfirma Schwab Förder- und Lagertechnik aus Oettingen). Im Bereich Zuschnitte beliefert Südstahl „alle Branchen querbeet“, wie Peter Birkner, Leiter Vertrieb und Technik, erläutert. „Vom Automobilkonzern bis zum Ein-Mann-Handwerksbetrieb ist alles dabei.“ Entsprechend groß ist auch die Teilevielfalt; die Losgrößen variieren stark.

Südstahl verfügt über einen umfangreichen Maschinenpark, dazu gehören neben modernen Laserschneidmaschinen auch eine Feinstrahlplasmaanlage und vier NC-gesteuerte Brennschneidanlagen. Da entgratete Blechzuschnitte heute der Standard sind, ergänzt auch ein Edge Breaker des deutschen Maschinenbauers Arku die Ausstattung. 

Verlässliche Qualität: So entfernt der Edge Breaker auch starke Grate

Kernaggregat der Arku-Lösung ist eine oszillierende Entgratwalze zum Abschleifen des überstehenden Materials nach dem Brennschneiden. Die Maschine bringt Kraft an die Kante, indem sie sich flexibel an das Blechteil schmiegt. In einem weiteren Aggregat befinden sich quer laufende Bürsten. Sie lassen sich zur individuellen Bearbeitung der Blechkante mit unterschiedlichen Werkzeugen versehen. „Dabei genügt dem Edge Breaker 4000 ein einzelner Durchlauf, um die Werkstücke von oben und unten sorgfältig zu entgraten und verrunden. Mit einer automatischen Verschleißmessung kann die Maschine zudem den Zustand der Entgratwerkzeuge erkennen und selbst kompensieren“, erklärt Christian Nau, Vertrieb bei Arku.

„Vorher war das Entgraten der Brennschneid- und Plasmateile ein rein händischer Prozess mit Schleifgeräten“, berichtet Birkner. Damit waren Ergebnis und Qualität stark vom jeweiligen Mitarbeiter abhängig. Mit der Entgratmaschine stieg dann nicht nur der Durchsatz, auch das Erscheinungsbild der Produkte war konstant gleich. „Wir haben von unseren Kunden das Feedback bekommen, dass wir mit dem Edge Breaker eine sehr gute Qualität erzielen“, berichtet der Leiter Technik und Vertrieb.

Eine neue Richtmaschine für Grobbleche gab den Anstoß

Doch schon vor dem Kauf des Edge Breaker 4000 hatte Südstahl gute Erfahrungen mit den Maschinen aus Baden-Baden gemacht, als die alten Richtmaschinen irgendwann in die Jahre gekommen waren. Auf einer Messe war Südstahl dann auf Arku aufmerksam geworden und im folgenden Jahr begann schon das erste Projekt mit dem Maschinenbauer: Eine Richtmaschine vom Typ Plate Master XL ersetzte im Dezember 2014 drei alte Anlagen.

Der Plate Master mit Richtspaltregelung und Überlastschutz ist dabei speziell auf Grobbleche von 4 mm bis 40 mm Plattendicke ausgelegt. Mit einer maximalen Durchlassbreite von 2.000 mm eignet er sich optimal für mittel- bis großflächige Bleche. Dabei ist er so widerstandsfähig, dass auch Schmutz und Rost den Richtprozess nicht beeinträchtigen. Außerdem lässt er sich bei Bedarf schnell und einfach reinigen.

Die Richtmaschine Plate Master XL konnte bei Südstahl gleich drei ältere Anlagen ersetzen und die Abläufe deutlich vereinfachen.
Die Bleche, die bei Südstahl mit dem Plate Master bearbeitet werden, sind unterschiedlich schwer. Die Spanne reicht von wenigen Kilogramm bis zum tonnenschweren Bauteil.

Aus 3 mach 1: So geht es schneller und besser!

Die Bauteile bei Südstahl sind dabei unterschiedlich schwer – von 1 kg bis hin zu 3 t. Vor der Installation der Arku-Anlage mussten die Bediener noch die passende Richtmaschine für die jeweilige Größe des Werkstücks selbst auswählen. Auch im Hinblick auf Arbeitssicherheit sowie Wartung und Instandhaltung bestand Nachholbedarf. „Dadurch, dass wir drei Anlagen in einer zusammengefasst haben, sind die Abläufe einfacher geworden – und wir haben eine bessere Qualität“, erklärt Birkner.

Nicht zuletzt ist in den Hallen von Südstahl die Effizienz gestiegen: Waren zuvor drei oder vier Durchläufe für die geforderte Ebenheit notwendig, reicht mit dem Plate Master XL oft ein einziger. „Die Einstellungswerte lassen sich sehr präzise eingeben, bei höheren Stückzahlen haben wir damit konstantere Ergebnisse als zuvor“, ergänzt Birkner. Insgesamt erinnert er sich gerne an das Projekt: „Für mich persönlich war es schon ein Highlight, als wir drei alte Maschinen durch eine einzige neue Anlage ersetzen konnten.“

Nach speziellen Anforderungen entwickelt

Dabei hat die Zusammenarbeit zwischen Südstahl und Arku schon lange vor dem Kauf der Maschinen begonnen. „Arku war uns auf der Messe als Anbieter von Richtanlagen für Feinblech aufgefallen. Wir haben dann einen Steckbrief erstellt, was wir benötigen. Anschließend hat Arku mit dieser Grundlage die Maschine für Grobblech als eigene Entwicklung aufgesetzt“, erklärt Birkner. Damals gab es nur wenige Anbieter auf dem Markt und Arku hat mit dem Plate Master die Anforderungen zuverlässig und flexibel realisiert.

Auch beim Edge Breaker hat der Baden-Badener Maschinenbauer die Wünsche von Südstahl berücksichtigt. „Uns war beispielsweise das beidseitige Entgraten sehr wichtig“, sagt Birkner. Denn damit sparen sich die Anwender nicht nur einen Durchlauf, sondern auch Zeit.

Beste Ergebnisse im Praxistest

Für die Entwicklung der Entgratmaschinen hat Arku in Mertingen Musterteile von Autogen- und Plasmazuschnitten bestellt. Die Ergebnisse der ausführlichen Testreihen waren Südstahl sehr wichtig, beispielsweise zur Standzeit der Schleifmittel. „Dabei wurden hervorragende Ergebnisse erzielt“, lobt Birkner.

Ein weiterer wichtiger Punkt von Thomas Bachmann, Leiter Zuschnitt, war bei der Entwicklung von Anfang an die einfache Bedienbarkeit der Maschinen. „Die Mitarbeiter haben sich sehr schnell eingefunden. Die Einarbeitung für die neuen Maschinen war innerhalb von zwei Tagen komplett durch“, berichtet er. Möglich wird dies durch die Anzeigen von Piktogrammen und Bildern statt von Texten in der jeweiligen Steuerung der Maschine. Damit entfällt auch eine mögliche Sprachbarriere zwischen Mitarbeiter und Maschine, die Mehrsprachigkeit wird einfacher.

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Foto: Arku
Nach kurzer Einarbeitungszeit konnte die Bearbeitung mit dem Edge Breaker 4000 direkt starten.

Unkomplizierter Service und Vorteile für die Mitarbeiter

Die Zufriedenheit von Südstahl hält nach dem Geschäftsabschluss weiter an: Wartung und Service klappten nach den Worten Bachmanns sehr gut. „Auch nach dem Kauf ist die Betreuung hervorragend“, sagt er. Die Wartung erfolgt einmal im Jahr. Sollte zwischenzeitlich eine Störung auftreten, ist sie schnell und unkompliziert beseitigt. Auch die Versorgung mit Verschleißteilen funktioniert einwandfrei.

Für die Mitarbeiter bei Südstahl hat sich mit dem Plate Master und dem Edge Breaker vieles zum Positiven hin verändert: Die Entgratmaschine ist mit einer Absaugung ausgestattet, was den Lärm und den Schmutz im Vergleich zur Handarbeit mit Winkelschleifern enorm reduziert. Hinzu kommen die Handling-Geräte an den Maschinen, die die körperliche Belastung senken.

Doch Arku hat mit seinen Anlagen noch mehr erreicht: „Das gesamte Konzept muss so sein, dass es schnell und einfach geht. Damit bekommt man das Engagement, dass sich die Mitarbeiter mit den Maschinen auseinandersetzen“, sagt Oliver Wetzenbacher Leiter Produktion, auch im Hinblick auf die einfache Bedienbarkeit. „Bei Südstahl ist die Akzeptanz für die Arku-Technik sehr gut“, fasst er zusammen. 

Stéphane Itasse

Von links: Oliver Wetzenbacher, Leiter Produktion bei Südstahl, Peter Birkner, Leiter Technik + Vertrieb, und Thomas Bachmann, Leiter Zuschnitt, freuen sich über die Erleichterungen durch den Edge Breaker 4000.
Die Arbeitsabläufe mit den schweren Brennschneidteilen sind durch den Edge Breaker 4000 erheblich einfacher geworden.
Mit neuen Maschinen hat es Südstahl geschafft, nicht nur die Produktivität zu erhöhen, sondern auch die Beschäftigten von veränderten Arbeitsweisen zu überzeugen. Dabei haben zwei Anlagen von Arku mit ihrem Bedienkonzept eine wichtige Rolle gespielt.
Oben und unten in nur einem Durchlauf entgraten: Die Kunden von Südstahl zeigen sich sehr zufrieden mit der gleichbleibend hohen Qualität der bearbeiteten Bauteile.
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Foto: Welp Holding GmbH

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