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Foto: Arku
Arku-Geschäftsführer Albert Reiss weiß, dass der Weg zum Erfolg nur über qualitativ  hochwertige Anlagen führt: „Entscheidend ist, dass man den Kunden zuhört, um den Bedarf zu erkennen.“

Oberflächentechnik

Mit hoher Qualität zum Erfolg

Arku setzt bei seinen Produkten auf hohe Qualität. Geschäftsführer Albert Reiss erklärt, warum das der Schlüssel zum Erfolg ist.

Als mittelständisches Unternehmen kann man sich nur mit hoher Qualität im Wettbewerb behaupten und erfolgreich sein. Dessen ist sich Albert Reiss, Geschäftsführer bei Arku sicher. Das ist leicht gesagt, aber nicht einfach zu realisieren. Wir sprachen mit dem erfahrenen Manager über den Weg den Arku geht und die Herausforderungen der Zukunft.

Herr Reiss, Arku wurde ja schon 1928 gegründet und blickt so auf lange Firmenhistorie zurück. Können Sie kurz die wesentlichen Meilensteine skizzieren?

Albert Reiss: Insgesamt blicken wir auf eine 93 jährige Geschichte zurück. Ich leite das Unternehmen nun seit 1986 in 3. Generation. Von einer Blechnerei entwickelte sich das Unternehmen in den 1960er Jahren zu einem Maschinenbauunternehmen. Mitte der 70er fingen wir an Coilanlagen zu entwickeln, seit 2005 dann Teilerichtmaschinen und seit 2015 haben wir uns dann der Entgrattechnologie verschrieben.

Eine Technologie, die es für die Metallbearbeitung ja noch gar nicht solange gibt.

Albert Reiss: Ja, das ist richtig. Ursprünglich kommt das Thema aus der Holzbearbeitung. Das Thema hat dann gerade durch die Laserbearbeitung immer mehr Aufschwung erhalten, aber auch durch die fortschreitende Technologie in der Entgrattechnik selbst. Es gibt in diesem Bereich keine Universallösungen, wie etwa beim Richten. Hier sind doch mehrere Parameter zu berücksichtigen, wie etwa einseitiges oder zweiseitiges entgraten oder auch die Schärfe des Grates und die gewünschte Kantenverrundung.

Wer sich so lange auf dem Markt behaupten kann, der muss etwas richtig machen. Wie sieht die Unternehmensphilosophie von Arku aus?

Albert Reiss: Das ist nichts Spektakuläres. Wir sind ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen und sehr stark kundenorientiert. Wir sind mit unseren Kunden gewachsen, weil wir es geschafft haben diese zufrieden zu stellen. Daher ist die Kundenzufriedenheit für uns ein zentrales Thema. Wir konnten auch aus dem Bandanlagenbereich einige Kunden für unsere anderen Technologien gewinnen.

Das klingt sehr einfach, aber etwas mehr muss schon dahinter stecken. Was ist für Sie entscheidend, wenn man kundenorientiert agieren will?

Albert Reiss: Entscheidend ist, dass man den Kunden zuhört um den Bedarf zu erkennen. Dadurch haben wir früh angefangen, sehr robuste Maschinen zu bauen, ein Attribut, das man im Markt auch mit uns in Verbindung bringt. Das ist aus meiner Sicht auch sehr wichtig, denn nichts ist schlimmer, wenn eine Pressenstraße steht, weil etwa eine mechanische Spindel unterdimensioniert ist. Die robuste Bauweise sorgt auch für eine lange Lebensdauer unserer Anlagen. Dazu haben wir eine hohe Service-Orientierung, damit die Anlagen bei unseren Kunden viele Jahre zuverlässig laufen.

In der Vergangenheit war Service ja nicht immer ganz groß geschrieben im Maschinen- und Anlagenbau. Aus Ihrer Sicht ein Fehler?

Albert Reiss: Ganz sicher. Wir haben diese Entwicklung in den vergangenen 15 Jahren auch beobachtet uns aber bewusst dafür entschieden, hier einen anderen Weg zu gehen. Das hat sich ausgezahlt und wir können auf diese Weise eine sehr hohe Kundenzufriedenheit generieren.

Qualität hat seinen Preis

Das Ganze hat aber auch seinen Preis…

Albert Reiss: Das ist schon richtig, gerade wenn man so robuste Anlagen wie wir herstellt, hat das auch seinen Preis. Am Anfang war unser Weg auch ein sehr steiniger. Gerade weil Bandanlagen früher kein gutes Qualitätsimage hatten. Wir haben uns aber entschieden langlebige Anlagen zu bauen und konnten auch einige unserer Kunden von unserem Weg überzeugen, der sich für diese letztlich ausgezahlt hat. Man darf aus meiner Sicht auch nicht jeden Preiskampf mitmachen. Wenn wir eines gelernt haben aus den vergangenen Krisen, dann doch, dass diese mit einer soliden Unternehmensfinanzierung zu bewältigen sind. Egal aus welchem Grund, es wird nicht die letzte Krise sein. Daher weichen wir von dieser Maxime auch nicht ab, und gehen auch keine Risiken in der Preisgestaltung ein, oder specken Maschinen für einen günstigeren Preis ab. Der Kunde muss wissen, was er bei uns bekommt. Und das ist Qualität und Langlebigkeit.

Und wie sieht dann Ihr Service aus?

Albert Reiss: Unser Ziel ist es, spätestens am Tag nach dem Auftreten eines Problems vor Ort sein zu können. Das gewährleisten wir nicht nur hier vor Ort, sondern auf drei Kontinenten, sprich auch in Amerika und China. Das ist auch sehr wichtig, da viele unserer Kunden Automobilzulieferer sind. Diese produzieren auf den verschiedenen Kontinenten mit gleichem Equipment.

Arku wurde ja schon zwei Mal unter die innovativsten Mittelständler Deutschlands gewählt. Welchen Stellenwert hat für Sie die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens?

Albert Reiss: Innovationen eröffnen einem Unternehmen neue Kundenzielgruppen und auch neue Märkte. Wir sind stetig gewachsen und wollen diesen Wachstum auch weiter gehen. Dafür muss man immer wieder neue Wege gehen.

Erfolgreich dank neuer Innovationen

Haben sie dazu konkrete Beispiele?

Albert Reiss: Ja sicher. Wir haben schon einige bahnbrechende Innovationen auf den Markt gebracht. So haben wir bei Bandanlagen die Kurzform zur Marktreife gebracht, was uns bei Automobilzulieferern viele Aufträge einbrachte. Dann haben wir ein einzigartiges Dickenmesssystem für Bleche entwickelt, was uns nun bei Richt- und Entgratmaschinen zu Gute kommt. Wir machen auch schon seit längerem viel mit Roboter-Handlingsystemen und haben da einige interessante Anwendungen. So sind wir in der Lage, mit einem Roboter Teile bis 100 kg mit ‚Vision Eye-Technologie‘ vom Band zu nehmen. Und nicht zuletzt haben wir zusammen mit Trumpf eine Coil-Laser-Anlage entwickelt. Das war schon 2003, aber leider war der Markt damals noch nicht reif für solche Anlagen. Auf Initiative von Trumpf haben wir das vor kurzem wieder aufgenommen.

Ist der Markt denn heute dafür reif?

Albert Reiss: Ja, denn solch eine Anlage spart einen Wertschöpfungsschritt ein, was gerade in Zeiten zurückgehender Stückzahlen ein wichtiges Thema ist. Denn so lassen sich auch kleinere Chargen wirtschaftlich produzieren.

Das bedeutet aber auch, dass Sie viel Kapital für Entwicklungen bereitstellen müssen. Ist das nicht sehr schwierig in Krisenzeiten wie derzeit?

Albert Reiss: Sie haben Recht, das ist eine sehr aufwendige Angelegenheit. Allein, was wir in Software-Entwicklung und zur Verfügungstellung passender Schnittstellen investieren müssen. Insgesamt fließen pro Jahr 5% unseres Umsatzes in unsere Entwicklung. Was für ein mittelständisches Unternehmen viel ist. Aber ich muss auch dazu sagen, dass wir derzeit eine sehr gute Auftragslage haben. Wir sind ganz gut durch die Krise gekommen, ohne dabei Mitarbeiter zu verlieren. Das ist jetzt wo die Nachfrage sehr gut ist, natürlich ein klarer Vorteil.

Wo entwickelt sich das Entgraten hin?

Albert Reiss: Die Corona-Krise hat gezeigt, wie anfällig wir Menschen sein können. Mit Sicherheit wird in Zukunft immer mehr Automatisierung in der Entgrattechnik Einzug halten. Eine große Herausforderung liegt in der Peripherie. Da ist noch viel Potenzial, um auch bei kleineren Losgrößen die Kosten der Sekundärprozesse wie Richten und Entgraten zu senken.

Das hieße aber, dass sich Entgratanlagen auch bei niedrigen Stückzahlen rechnen.

Albert Reiss: Dabei helfen leicht zu bedienende Roboter. Etwa mit Kamera ausgestattete Roboter, die ohne Programmierung betreibbar sind und auch nicht mehr geteacht werden müssen. Wir arbeiten mit einigen Partnern auch schon in diese Richtung. Deren Einsatz lohnt sich auch bei geringen Stückzahlen. Dazu kommt, dass die fortschreitende Automatisierung immer absolut hohe Qualität verlangt. Ich denke auch, dass das weiter ein Trend bleiben wird. Der Markt verlangt zur Weiterverarbeitung von Blechteilen einfach hochqualitative Kanten.

Und was bedeuten diese Zukunftsaussichten für die Anlagen von Arku?

Albert Reiss: Ich denke, dass unsere Anlagen schon heute auf einem sehr ausgereiften Niveau sind. Entscheidend wird weiterhin sein, dass wir weiter unseren Kunden gut zuhören. Denn Trends können nicht wir gestalten, dass macht der Markt und wir müssen in der Lage sein, darauf zu reagieren. Unser Weg über eine solide und nachhaltige Unternehmenspolitik ein stabiler Partner für unsere Kunden zu sein hat sich ausgezahlt. Den werden wir auch weiter so gehen.

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