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E-Mobilität: Automobilzulieferer fordern Fair Play

Fair Play für die Entwicklungspartnerschaften in Sachen Mobilität von morgen fordert der Industrieverband Blechumformung (IBU) von der Automobilindustrie.

Fair Play wünschen sich die Zulieferer der Automotive-Branche – Pay to Play sei oftmals Realität, betont der Industrieverband Blechumformung in einer Pressemitteilung. Die Vorgaben der Autoproduzenten seien knallhart, die meist mittelständischen Zuliefererunternehmen litten darunter. Der IBU untermauert mit seiner Stellungnahme die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) nach fairen, partnerschaftlichen Geschäftsbedingungen.

Unbezahlte Nutzung von geistigem Eigentum

Ein Problem sei die unbezahlte Nutzung von geistigem Eigentum: Autoproduzenten und starke OEMs verlangten von Zulieferern kostenlose Vorleistungen in puncto Entwicklung. „Um die ‚Mobilität von morgen‘ zu entwickeln, braucht es mehr denn je faire Entwicklungspartnerschaften in den automobilen Zulieferketten“, unterstreicht ArGeZ-Sprecher und WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. „Entwicklungen der Zulieferer müssen honoriert und nicht von den marktmächtigen Automobilherstellern abgezogen werden.“ Der Industrieverband Blechumformung kennt das Problem gut aus seinem direkten Umfeld: Ein großer Teil der über 230 Verbandsmitglieder arbeitet für die Automobilindustrie. „Die aktuelle Situation gefährdet die Handlungs- und Innovationsfähigkeit der Zulieferer“, weiß auch IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs.

Einstandsgelder, um anbieten zu dürfen

Fair Play statt Pay to Play lautet eine weitere Forderung der ArGeZ. Denn: Wer im Zuliefererkarussell mitspielen wolle, müsse erst mal zahlen – diese Praxis habe sich vielerorts etabliert. „In den automobilen Wertschöpfungsketten gibt es leider immer wieder Verletzungen der Fair-Play-Regeln. Beispielsweise verlangen marktstarke Hersteller Zahlungen von ihren mittelständischen Zulieferern. Einstandsgelder ohne Gegenleistung, nur um überhaupt anbieten zu dürfen“, so Christian Vietmeyer. „Außerdem fordern die Auftraggeber von Zulieferern, dass sie vertraulichste Daten, zum Beispiel sämtliche Kosten und andere Geschäftsgeheimnisse, offenlegen.“

Auch bei ihren Einkaufsbedingungen seien einige Automobilhersteller rigoros. „Die Vorgaben werden für die Zulieferer immer nachteiliger“, betont der ArGeZ-Sprecher. „Produzenten wälzen Risiken und Haftungen in einem mittlerweile unerträglichen Maße auf sie ab. Die Auftraggeber können ihre Lieferanten pauschal in Regress nehmen, ohne dass man ihnen überhaupt irgendeinen Fehler nachweisen müsste. Und wer sich zur Wehr setzen will, wird auch noch an ein Schiedsgericht im Ausland verwiesen.“

Kurzprofil Industrieverband Blechumformung e.V. (IBU)

Der IBU in Hagen vertritt als Bundesverband circa 230 Mitgliedsunternehmen der blechumformenden Industrie und deren Zulieferer. Diese überwiegend aus mittelständischen Familienunternehmen bestehende Branche wird durch eine industrielle Fertigung geprägt. Das Umsatzvolumen der Branche betrug im Jahr 2017 rund 20,50 Mrd. Euro. Die Verbandsmitglieder sind mehrheitlich Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Möbel- und Bauindustrie sowie der Medizintechnik.

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