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Foto: Metallbau Müller GmbH
Die Anlagen der Metallbau Müller GmbH werden auf Hochtouren weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei Nachhaltigkeit und Digitalisierung. So lassen sich natürlich auch die Kosten minimieren.

Wasserstrahlschneiden

Mit nachhaltiger Fertigung Kosten sparen

Mit nachhaltiger Fertigung lassen sich auch Kosten beim Wasserstrahlschneiden sparen. Etwa, wenn der Abrasivsand vor Ort wieder aufbereitet werden kann.

Die Metallbau Müller GmbH setzt voll auf Nachhaltigkeit in der Fertigung  und zeigt dabei, dass sich damit auch Kosten sparen lassen. Zuletzt hat das Unternehmen mit der MBM Mewab eine innovative Kombination aus der MBM Asas und der MBM WAB-Kompakt auf den Markt gebracht, also das bewährte Schlammabsaugsystem für Wasserstrahlschneidanlagen mit einer neu entwickelten Filtereinheit ausgestattet. Im Vergleich zu den beiden Einzelanlagen lässt sich so der Platzbedarf um ca. 60 % reduzieren und auch bei den Kosten können im Vergleich zu den beiden Einzelanlagen rund 25 % gespart werden. Die innovative Kombination ist vor allem für kleinere Schneidanlagen mit einem Abrasivmittelverbrauch von bis zu 500 g/min entwickelt worden, die dabei die Einhaltung der strengen europäischen Einleitervorschriften für Abwasser garantieren soll.

Nachhaltigkeit im Blickpunkt

Aktuelle Entwicklungen bei der Metallbau Müller GmbH beschäftigen sich derzeit mit den 2 Kernthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Beim Thema Nachhaltigkeit stand die entscheidende Frage im Raum, wie der eingesetzte Abrasivsand im Schneidprozess wieder eingesetzt werden kann. Derzeit muss Abrasivsand über spezialisierte Entsorgungsunternehmen dezentral wieder aufbereitet werden, sprich auch über ein aufwendiges Verfahren sehr umständlich wieder dem Prozess zugeführt werden. Egal ob der Sand außer Haus wieder aufbereitet, oder sogar nach einmaliger Nutzung entsorgt wird, ist das mit erheblichen Kosten verbunden. Patrick Klepzig, Produktionsleiter bei der Metallbau Müller GmbH erklärt: „Wir arbeiten derzeit an einem System, mit dem sich der Sand vor Ort wieder aufbereiten lässt. Das ist natürlich gerade für Unternehmen sehr interessant, bei denen die Wasserstrahltechnik sehr häufig zum Einsatz kommt, oder mehrere Anlagen stehen. So kann eine Sandaufbereitung, enorm zur Kostenreduzierung des Gesamtprozesses beitragen.“ Blickt man etwa zwei Jahre zurück, als es Lieferschwierigkeiten und eine enorme Kostensteigerung beim Abrasivsand gab, wird schnell klar wie viel eine Unabhängigkeit durch die eigene Sandaufbereitung wert sein kann. Genau in dieser Zeit ist auch die Idee bei der Metallbau Müller GmbH für die dezentralen Aufbereitungsanlagen geboren. Das Ziel von der MBM GmbH ist es, dauerhaft nachhaltige Werte zu schaffen. Unter dem Nachhaltigkeitsaspekt muss eben auch beachtet werden, dass dieser spezielle Abrasivsand weltweit eine begrenzte Ressource ist und hier ein sorgsamer Umgang mit dieser Ressource eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Angenehmer Nebeneffekt sind dabei die Kosteneinsparungen, die durch geringere Recycling- und Anschaffungskosten, aber auch durch einen verringerten Personaleinsatz entstehen. Was auf den ersten Blick logisch klingt, ist in der Umsetzung allerdings nicht ganz Trivial, denn je nachdem welches Material geschnitten wird, befinden sich nach dem Schneidprozess natürlich Rückstände des Materials im Sand. Diese gilt es herauszufiltern.

Kosten sparen dank Wiederverwertbarkeit

Stand jetzt lassen sich je nach Materialeinsatz bis zu rund 60 % des eingesetzten Sandes wiederverwenden. In Verbindung mit der Wasseraufbereitungsanlage MBM Mewab von Metallbau Müller lässt sich so eine nachhaltige und kostensparende Aufbereitungslösung konzipieren, die den rechtlichen Anforderungen entspricht, denn gerade die zuletzt 2020 geänderte Abwasserverordnung (AbwV) stellt mittlerweile hohe Anforderungen an das einzuleitende Wasser, die mit einer Entschlammungsanlage allein so nicht gewährleistet werden können. Im nächsten Schritt soll dann eine kompakte Gesamtkreislauf-Anlage auch für kleinere Schneidanlagen entwickelt werden.

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Foto: Metallbau Müller GmbH Produktionsleiter: Patrick Klepzig, Produktionsleiter bei Metallbau Müller: „Wir arbeiten derzeit an einem System, mit dem sich der Sand vor Ort wieder aufbereiten lässt.“

In Sachen Digitalisierung wird von der MBM GmbH die Mewab derzeit zur nächsten Ausbaustufe, der Mewab 2.0 weiterentwickelt.“ Noch in diesem Jahr will das Unternehmen die Anlage so ausstatten, dass sie beispielsweise von einem Tablet aus bedient werden kann. Patrick Klepzig erklärt: „So lässt sich die Anlage direkt von der Wasserstrahlschneidanlage bedienen. In einer zweiten Variante ist eine Fernbedienung via Handy in Planung. So lässt sich zukünftig die Anlage und deren Parameter wie Wasserstand, bisherige Filterleistung, Füllstände für Flockungsmittel, Fehleranzeigen und Verschleiß- und Wartungsanzeigen bequem überwachen.“ Dadurch lassen sich Wartungsintervalle vorausschauend Planen und auch viel Zeit bei einer eventuellen Fehlersuche einsparen. Diese Digitalpakete sollen auch für schon in der Fertigung bestehende Anlagen nachrüstbar und hinzubuchbar sein. Wer sich nun für eine neue Mewab/ Mewab 2.0 entscheidet, dem bietet die MBM GmbH auch einen Rückkauf der eventuell bereits vorhandenen ASAS ME- Anlage an. Zukünftig sollen die digitalen Lösungen für alle Anlagen aus dem Metallbau Müller-Portfolio erhältlich sein. Eine weitere Neuentwicklung ist die Asas MI, die für kleine Wasserstrahlanlagen, etwa für die Uhren- oder Medizinindustrie, konzipiert ist. Auch in diesen Bereichen ist das Wasserstrahlschneiden eine interessante Alternative, da damit kein Wärmeeintrag stattfindet. „Aufgrund kleinerer eingesetzter Wassermengen entwickelt sich hier ein anderes Strömungsverhalten. Dadurch ist es notwendig unsere Anlagen hier etwas anders zu konzipieren. Dem sind wir nun mit der Asas MI nachgegangen“, erklärt Patrick Klepzig.

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Die MBM Mewab ist vor allem für kleinere Schneidanlagen mit einem Abrasivmittelverbrauch von bis zu 500 g/min entwickelt worden.
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Noch in diesem Jahr sollen sich die Anlagen der Metallbau Müller GmbH vom Tablet aus steuern lassen.