Remco H. Valk, CEO des niederländischen Schweißroboter-Integrators Valk Welding Group.
Foto: Valk Welding Group

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... wir sind zu klein für einen solchen Deal

Wieder ist ein chinesischer Investoren bei einem europäischen Roboterhersteller eingestiegen. Statements dazu von Remco H. Valk, CEO der Valk Welding Group.

Chinesische Investoren kaufen sich bei europäischen Roboterhersteller ein oder erwerben Mehrheitsbeteiligungen. Erik Steenkist befragt Remco H. Valk, CEO des niederländischen Schweißroboter-Integrators Valk Welding Group, zu den Entwicklungen im Markt und seinen Erfahrungen mit Angeboten chinesischer Unternehmen.

Herr Valk, immer mehr Roboterhersteller und Integratoren werden von Chinesischen Investoren aufgekauft. Wann sind Sie an der Reihe?

Remco H. Valk: Bisher haben wir noch kein Angebot eines chinesischen Investors erhalten. Aber wir würden unser Unternehmen auch nicht verkaufen. Valk Welding ist ein familiengeführtes Unternehmen in der zweiten Generation und ich hoffe, dass es noch über viele Generationen in Familienhand verbleibt.

Aber bei Cloos, einem Ihrer Marktbegleiter aus Deutschland ist gerade ein chinesische Investor eingestiegen. Verändert dies die Marktsituation ? Ein großer Roboterhersteller mit Sitz in Augsburg ist seit 2016 im Mehrheitsbesitz des chinesischen Midea-Konzerns. Sehen Sie eine Strategie hier ?

Remco H. Valk: Ich denke, dass unser Marktbegleiter aus Haiger einen Grund gehabt hat, zu verkaufen und das Unternehmen chinesischen Investoren zu überlassen. Es gibt immer viele Gründe für eine solche Entscheidung. Wir als Valk Welding gehen unseren eigenen Weg und expandieren aus eigenen Mitteln.

Von Ihren Expansionsplänen und dem Ankauf von Gebäuden haben wir gehört. Wollen Sie etwas dazu sagen ?

Remco H. Valk: Mit unseren Gebäuden und Büros werden wir den täglichen Anforderungen und Aufgaben nicht gerecht. Wir wachsen kontinuierlich und die Mitarbeiter brauchen ordentliche Büros und Fläche für unser modernes und offenes Arbeiten. Auch ergab sich, dass mir ein Gebäude in unserer Straße zum Verkauf angeboten wurde. Da habe ich nicht lange überlegt und es gekauft. Nach dem Umbau werden wir im Januar 2020 mit dem Service und Engineering einziehen. Ein weiteres Gebäude konnten wir anmieten und auch hier haben wir Glück und können dies sehr gut nutzen. Wir alle freuen uns schon sehr.

Wenn ich Sie so höre, ist der Markt positiv und wachsend. Man liest auch andere Zahlen in der Presse.

Remco H. Valk: Ja, die Zahlen lesen wir auch, merken dies jedoch nicht. Das mag an unseren Produkten liegen. Wir stellen Schweißroboter, Automatisierung und Anlagenbau her. Wir liefern eine Lösung für ein Kundenproblem. Wir sprechen mit unseren Kunden, hören zu und liefern auch gerne eine Sonderlösung.

Und dies ist nicht im Interesse für chinesischen Investoren ? Vielleicht möchten US-amerikanische Investoren nach dem geplatzten Grönland Deal nun auch bei Valk Welding einsteigen ?

Remco H. Valk: Ich denke, wir sind zu klein für einen solchen Deal. Valk Welding liefert circa 200 Roboter pro Jahr, plus Schweißzubehör, Ersatzteile und Schweißdraht. Wir haben ein super tolles Team, klasse Mitarbeiter, auf die ich sehr stolz bin und eine klare Mission: 'the strong connection'. Mit unseren Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten verbindet uns ein starkes Band. Als familiengeführtes Unternehmen ist mir diese starke Verbindung sehr wichtig.

Liegt darin Ihr Erfolg – in der starken Verbindung – The strong connection ?

Remco H. Valk: Die Menschen – das Team bringt den Erfolg. Und der Wille, mit dem Kunden gemeinsam eine Lösung zu finden und die Wünsche des Kunden zu erfüllen. Darin liegt unser Erfolg.

Und wo sehen Sie die Abgrenzungen zu den Kollegen aus Haiger?

Remco H. Valk: Nun, ich kenne die Firma, die Mentalität und einige der Mitarbeiter recht gut. Eine Etappe meiner Ausbildung habe ich dort verbracht und mit einigen Personen verbindet mich immer noch eine Freundschaft. Mit anderen weniger und mit der Firma an sich ergibt sich eine freundschaftliche Konkurrenz. Wobei ich denke, dass Valk Welding die innovativeren Produkte bietet und wesentlich agiler, schneller und kundenorientierter am Markt arbeitet.

Ist der einstieg von Chinesen nicht auch eine Gefahr für ein Unternehmen ?

Remco H. Valk: Das kann ich nicht abschließend beantworten. Ich denke jedoch, dass die Kunden in Europa sehr zurückhaltend agieren werden. Ähnliches hatten wir beobachten können, als in Augsburg Chinesen eingestiegen sind. Viele Kunden hatten Angst, dass Schlüsseltechnologien, spezifisches Know-How und Fertigungs- und Produktionskenntnisse von chinesischer Konkurrenz abgezogen werden könnte.

Investoren erwarten Rendite. Die kann natürlich sehr unterschiedlich sein. Speziell wenn ein Staat in ein Unternehmen investiert und gezielt auch hier in Schlüsseltechnologie und Zukunftsmärkte.

Müssen wir in Europa aufpassen, dass wir Technologieführer bleiben ?

Remco H. Valk: Für diese Frage bin ich sicherlich nicht der richtige Ansprechpartner. Hier sollten Sie andere Experten befragen. Ich kann nur noch einmal bestätigen, dass wir als Valk Welding mit unserem Familienunternehmen eine führende Position in der roboterisierten Schweißtechnologie anstreben und in einigen Bereichen sicher schon führend sind. Darauf bin ich stolz.

Vielen Dank für das Gespräch.

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