Foto: VDW / Uwe Nölke

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VDW: 2018 war ein gutes Jahr für die Umformtechnik

Deutsche Hersteller von Umformtechnik verzeichnen 2018 einen hohen Bestellzuwachs. Für die Werkzeugmaschinenindustrie insgesamt gab es nur ein kleines Plus.

„Die Umformtechnik hat sich im vergangenen Jahr wieder als Zugpferd in Sachen Dynamik für die Werkzeugmaschinenindustrie erwiesen“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main das Ergebnis. Insbesondere die deutschen Abnehmer und Kunden aus den Euro-Ländern haben verstärkt in Umformtechnik investiert.

Ein starkes Jahr mit einem schwachen 4. Quartal

  • Im vierten Quartal 2018 sank der Auftragseingang der deutschen Hersteller von Umformtechnik um 8 Prozent. Dabei fielen die Bestellungen aus dem Inland 17 Prozent niedriger aus als im Vergleichszeitraum 2017. Die Auslandsorders gingen um 3 Prozent zurück.
  • Im Gesamtjahr 2018 stiegen die Bestellungen jedoch um 7 Prozent. Das Inland legte 10 Prozent zu, das Ausland 5 Prozent.
  • Die Bestellungen konzentrierten sich stärker auf den Pressenbereich, der 13 Prozent zulegte, im Vergleich zur Blechbearbeitung, deren Aufträge allerdings aufsetzend auf einem hohen Vorjahresergebnis um weitere 4 Prozent wuchsen.

Umformtechnik, speziell Pressen, kommen zumeist in Großprojekten zum Zuge.Die längeren Durchlaufzeiten vom Auftragseingang bis zur Auslieferung bescheren der Teilbranche einen stabileren Trendverlauf in der Wirtschaftsentwicklung als der Zerspanung.

Weiterhin hohe Maschinenauslastung

Bereits 2017 hatten die Bestellungen in der Umformtechnik ähnlich stark angezogen wie 2018. „Die gute Auftragslage spiegelt sich nun auch im Produktionsergebnis wider“, berichtet Schäfer.

  • 2018 lag die Produktion von Umformtechnik mit 9 Prozent im Plus. Das entsprach Maschinen im Wert von rund 3,3 Mrd. Euro und lag über dem Zuwachs der Gesamtbranche mit 7 Prozent.
  • Die Umformtechnik steuert derzeit 26 Prozent zur Gesamtproduktion der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie bei.
  • Die Kapazitäten waren bei den Herstellern von Umformtechnik im Schnitt des Jahres 2018 zu gut 89 Prozent ausgelastet. Zu Jahresbeginn 2019 bewegte sich der Auslastungsgrad bei 87 Prozent.

„Damit entspannt sich die Lage in den Unternehmen der Umformtechnik etwas, ohne dass die Lieferzeiten im Großpressebereich nennenswert gesenkt werden können“, sagt Schäfer.

Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenindustrie rückläufig

Im vierten Quartal 2018 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 28 Prozent zurück. Die Auslandsorders verloren 4 Prozent. Für 2018 gilt insgesamt ein Plus von 1 Prozent. Dabei kletterten die Inlandsaufträge um 5 Prozent nach oben, während die Auslandsbestellungen auf Vorjahresniveau abschlossen.

Basiseffekt und weltpolitische Unsicherheiten

„Der Rückgang der Bestellungen im vierten Quartal ist vor allem dem Basiseffekt geschuldet“, kommentiert Schäfer das Ergebnis. „Der Vergleichszeitraum im Vorjahr zeigte einen außergewöhnlich starken Zuwachs, insbesondere im Inland. Dass er nochmals getoppt würde, war wirklich nicht zu erwarten“, erklärt er weiter. Gleichwohl schlagen sich nun auch die weltweiten Turbulenzen von Handelskonflikten und Markabschottung über den voraussichtlich chaotischen Brexit bis hin zum Abbau vieler Rüstungskontrollverträge in Unsicherheit bei den Investoren nieder.

Bereits im dritten Quartal 2018 hatte sich angedeutet, dass die Bestellungen an Dynamik verlieren. Am aktuellen Rand zum Jahresende waren es allein die Eurostaaten, die noch kräftig zulegen konnten, während alle anderen Gruppierungen, Inland, Ausland insgesamt und Nicht-Euroländer, zweistellig im Minus lagen.

Rekord in der Produktion

„Der Orderrückgang signalisiert, dass sich die Lage in den kommenden Monaten entspannen wird“, sagt Schäfer vom VDW. „Derzeit bremsen ausgelastete Kapazitäten, Fachkräftemangel und Engpässe bei den Materialzulieferungen die Produktion und führen zu längeren Lieferzeiten“, so Schäfer abschließend.
Insgesamt ging das Jahr 2018 für die Werkzeugmaschinenhersteller mit einem neuen Rekord in der Produktion zu Ende. Sie stieg um 7 Prozent auf über 17 Mrd. Euro.