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Die neue AS Pro-Beschichtung minimiert die prozessbedingte Wasserstoffaufnahme während des Glühprozesses deutlich und bewirkt einen wirtschaftlicheren Fertigungsprozess.
Foto: Thyssenkrupp Steel
Die neue AS Pro-Beschichtung minimiert die prozessbedingte Wasserstoffaufnahme während des Glühprozesses deutlich und bewirkt einen wirtschaftlicheren Fertigungsprozess.

Stahl

Stahl von morgen

Auf der Euroblech 2022 zeigte Thyssenkrupp Steel vielversprechende Weiterentwicklungen. Der Fokus lag dabei auf Werkstoffen für den Fahrzeugbau.

Neue Technologien und Bedürfnisse stellen auch neue Anforderungen an die zu verwendenden Werkstoffe. Thyssenkrupp Steel verbessert deswegen regelmäßig sein Portfolio. Auf der Euroblech 2022 lag der Schwerpunkt auf vier Stählen, die vor allem Verbesserungen im Automobilbau versprechen. Doch auch der Klimaschutz kam nicht zu kurz.

AS Pro-beschichtete MBW-Stähle

Zuverlässiger Schutz vor Zunder ist nur einer der Gründe, warum Warmumformstähle Aluminium-Silizium-beschichtet werden. Während der Wärmebehandlung kann jedoch Wasserstoff in den Werkstoff eindringen. Thyssenkrupp Steel gibt eine Antwort auf das Risiko der wasserstoffinduzierten Rissbildung bei AS-beschichteten Mangan-Bor-Stählen: AS Pro – eine Entwicklung, die laut Hersteller für maximale Bauteilsicherheit in Fahrzeugen sorgt. Jetzt neu in Serie für alle beschichteten MBW-Stähle von 500 bis 1.900 MPa. AS Pro wird wie eine Standard AS-Beschichtung in den modernen Feuerbeschichtungsanlagen von Thyssenkrupp Steel auf das Band gebracht. Das Besondere: Dem Schmelzbad wird eine spezifische Menge an Magnesium beigemischt, die in Schmelze und Beschichtung homogen verteilt ist. Im Glühprozess entfaltet AS Pro dann seine Wirkung. Der Test auf Serienanlagen belegt gemäß Thyssenkrupp Steel nach der Warmumformung eine Verringerung des Wasserstoffgehalts im Bauteil um 40 % und mehr. Bei kalt nachgewalztem Stahl ist sogar eine Verringerung von bis zu 70 % nachweisbar. Dabei zeigen AS Pro beschichtete Stähle die gleichen Verarbeitungseigenschaften wie das Standard-Produkt: Ob Laser-, Widerstandspunktschweißen oder auch Lackieren, für keinen dieser Verarbeitungsschritte sind Anpassungen im Prozess erforderlich.

Thyssenkrupp Steel gewinnt den Corporate Health Award 2022

Das Unternehmen setzte sich in der Kategorie „Großkonzern: Maschinenbau/Schwerindustrie“ durch. Besonders die Gesundheitsberichterstattung wurde lobend hervorgehoben.
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Für sichere und leichte Fahrzeugsitze

Thyssenkrupp Steel zeigte auf der Euroblech auch ein maßgeschneidertes Portfolio für Leichtbau-Sitzstrukturen. Von hochduktilem, eng toleriertem Warm- und Mittelband bis hin zu kaltgewalzten, hochfesten Mehrphasen-Stählen mit besten Umform- und Fügeeigenschaften bietet die Produktpalette alles, was Zulieferer und Fahrzeughersteller brauchen. Neu im Programm: Unbeschichtete Dual- und Complexphasen-Stähle mit Festigkeiten von 800 sowie 1.000 MPa. Die Vordersitzlehne wird beim Heckcrash durch den Passagier, bei einem Frontalcrash durch die Ladung belastet. Dementsprechend sind für Lehnenseitenteil, Unterbauseitenteil und Sitzschale unterschiedliche Crashlastfälle zu berücksichtigen. Besonders geeignet ist dafür der robuste hochfeste Dualphasen-Stahl DP-K 440Y780T HHE mit guten Tiefzieh- und Dehneigenschaften. Mit rund 800 MPa ist der kaltgewalzte Dualphasen-Stahl nicht nur hochfest, sondern auch gut umformbar. Eine weitere Produktneuheit für den Bereich der Sitzstrukturen ist der Complexphasen-Stahl CP-K 780Y980T, der dank hoher Festigkeit und überzeugenden Umformeigenschaften die Funktionssicherheit von Sitzschienen steigert. Mikrolegierte Stähle hingegen eignen sich für anspruchsvolle Umformoperationen wie Bördeln und Sicken, zum Beispiel bei der Herstellung von Rückenblechen. Bestes Beispiel sind HC420LA und HC460LA. Um auch die hohen Crashanforderungen der Rücksitzbank zu erfüllen, werden Profile und Verstärkungsbleche eingesetzt. Die Stahlsorte Scalur S420MC, mikrolegierter Warmband mit engsten Dickentoleranzen von bis zu ±0,05 mm bei einem sehr flachen Profil, bietet neben guten Verarbeitungseigenschaften ein hohes Leichtbaupotential.

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Thyssenkrupp Steel zeigte auf der Euroblech auch ein maßgeschneidertes Portfolio für Leichtbau-Sitzstrukturen.
Foto: Thyssenkrupp Steel
Thyssenkrupp Steel zeigte auf der Euroblech auch ein maßgeschneidertes Portfolio für Leichtbau-Sitzstrukturen.

HD-Stähle

Wenn eine deutlich verbesserte Umformbarkeit für komplexe Bauteilgeometrien im Bereich der Achsen oder Radaufhängung gefordert ist, sind hochduktile mikrolegierte Feinkornbaustähle die erste Wahl. Thyssenkrupp Steel hat dafür Perform HD als Warmbreitband und das besonders eng tolerierte Mittelband Precidur HSM HD entwickelt. Die spezielle Gefügeausbildung der hochduktilen mikrolegierten Sorten sorgt für stabile mechanische Eigenschaften. Neu im Programm: Mikrolegierte HD-Stähle Perform im Streckgrenzenbereich von 315 bis 550 MPa (Warmbreitband) sowie die beiden neu entwickelten Güten Precidur HSM 380 HD und Precidur HSM 420 HD (Mittelband). Chassis-Stahl CH-W 660Y760T gibt es jetzt auch feuerverzinkt. Letztere ist die Leichtbaulösung für einschalige Querlenker und vergleichbare anspruchsvolle Bauteile.

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Unter der Marke Precidur gibt es als HD Güten nun den 380, 420 und 460 in Serie.
Foto: Thyssenkrupp Steel
Unter der Marke Precidur gibt es als HD Güten nun den 380, 420 und 460 in Serie.

CO2-reduzierter Bluemint Steel

Mit dem Einsatz von Bluemint Steel, dem hochwertigen Flachstahl mit reduzierter CO2-Intensität von Thyssenkrupp Steel, wird nun auch die CO2-Bilanz von Stahlprodukten deutlich verbessert. Die CO2-Reduktion wird bei der Herstellung von Bluemint Steel durch den verringerten Einsatz von Kokskohle im Hochofenprozess erzielt. Für die Produktion der Variante Bluemint Pure wird dies dadurch ermöglicht, dass ein Teil der eingesetzten Erze durch vorher reduzierten Eisenschwamm ersetzt. Dadurch verringere sich die CO2-Intensität bilanziell um 70 %. Bei der Variante Bluemint Recycled kommt ein hochwertiges Schrott-Recyclingprodukt im Hochofen zum Einsatz. Dadurch wird für jede Tonne Bluemint Recycled eine Einsparung von 64 % bilanziell ausgewiesen. Beide Einsparungsmethoden sind zertifiziert. Die realen CO2-Einsparungen bei der Erzeugung von Bluemint Steel helfen metallverarbeitenden Herstellern sowie deren Kunden dabei, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und ihr Scope-3-Ziel zu erreichen.

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Mithilfe von Bluemint Steel können Hersteller ihr Scope-3-Ziel leichter erreichen.
Foto: Thyssenkrupp Steel
Mithilfe von Bluemint Steel können Hersteller ihr Scope-3-Ziel leichter erreichen.
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Thyssenkrupp Steel liefert ab 2023 CO

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Künftig Warmbänder aus CO2-reduziertem Stahl

Das Kaltwalzunternehmen Wälzholz und Thyssenkrupp Hohenlimburg unterzeichnen Absichtserklärung für die Belieferung mit CO2-reduziertem Bluemint Steel ab 2023.

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Spatenstich für die neue TSR-Aufbereitungsanlage, die einen wichtigen Beitrag zu einer klimaschonenderen Stahlherstellung leisten soll.

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Spatenstich in Duisburg stellt Schritt zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und Senkung der CO2-Emissionen dar.

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Ebenfalls Thema auf der Messe: Thyssenkrupp Steel bietet Stähle für geschweißte Leitungsrohre für den Wasser,- Öl- und Gastransport.

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Ob Präzisionstahlrohre für den automobilen Leichtbau oder robuste Pipelines: Thyssenkrupp stellt sein Portfolio auf der Messe vor.

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Die ersten Kräuterbonbons in einer CO

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Erste Lebensmitteldose mit reduzierter CO2-Intensität

Thyssenkrupp Rasselstein bringt  mit Hoffmann Neopac und Ricola die weltweit erste Lebensmitteldose aus CO2-reduziertem bluemint-Steel heraus.

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