Foto: Volker Albrecht

Rohrbearbeitung

So erreicht die Rohrbearbeitung eine andere Liga

Die Terschl GmbH in Bad Hall hat ihr Rohrlaserzentrum um eine hochmoderne LT8.10 mit Faserlasertechnik der BLM Group/Adige erweitert.

Der Mann mag es schnell: Wolfgang Terschl ist Hobby-Rennfahrer und betreibt einen eigenen Rennstall, unter anderem mit einem Auto, das er um einen 450 PS starken Motor herum selbst gebaut hat. Mit der LT8.10 der BLM Group hat er jetzt sein Rohrlaserzentrum im österreichischen Bad Hall/Adlwang um eine schnelle 4-kW-Faserlaseranlage erweitert.

Von der Landwirtschaft zur Blechbearbeitung?

Die Terschl GmbH ist eine ungewöhnliche Firma. Aus einem landwirtschaftlichen Betrieb heraus hat Wolfgang Terschl das Unternehmen 1984 gegründet und zum Blechbearbeitungszentrum ausgebaut. Standen zunächst Flachbettlaser und Abkanten im Vordergrund, hat Terschl in der ersten Dekade des Jahrhunderts mit dem Rohrlaserschneiden begonnen. „In Österreich gibt es Hunderte von Stallanlagen, in denen alles aus Rohr gebaut ist“, erinnert sich Wolfgang Terschl, „da musste es einen Markt geben.“ Heute erwirtschaftet der 70-Mann-Betrieb mit seinen Rohrlaseranlagen rund 30 Prozent seines Umsatz. „Wir fertigen nur auf Auftrag. Prototypen und Kleinserien bis 200 Stück sind unser Metier“, sagt Wolfgang Terschl. Aber man lehne auch keine größeren Serien mit mehreren Tausend Stück ab. Denn während des Besuchs bei Terschl läuft eine solche Großserie zum Schneiden auf einer der beiden Rohrlaser.

Rohrlaserzentrum seit 2011

Im Jahr 2011 hatte die Terschl GmbH in eine erste Rohrlaser LT8 von BLM Group/Adige mit CO2-Laser investiert und dabei gleich mit einer neuen Halle ein Rohrlaserzentrum ausgebaut. „Mit dieser Maschine sind wir sehr zufrieden. Sie arbeitet nach einigen Anfangsschwierigkeiten jetzt sieben Jahre einwandfrei. Und wir schonen sie nicht“, erzählt Werner Terschl, Sohn des Gründers und Mitgeschäftsführer der Terschl GmbH. Das war auch ein Grund, warum man sich jetzt für eine Faserlasermaschine LT8.10 der BLM Group /Adige entschieden hat, mit deren Installation auch der Ausbau des Rohrlaserzentrums verbunden ist.

„Rohr braucht Platz, und ist so gesehen schwieriger zu handhaben als Blech“, erläutert Werner Terschl. Deshalb baut man um und passt die Räumlichkeiten der erforderliche Rohrlogistik an. In naher Zukunft werden die Maschinen dann aus einem automatischen Lager heraus direkt versorgt.

Ausgelegt für größere Rohre

Die Rohrlasermaschine LT8.10 ist auf die Bearbeitung von Rohren und Profilen bis 240 mm Hüllkreisdurchmesser, 8 m Ladelänge und 40 kg/m Längengewicht ausgelegt. Für schnelle und saubere Schnitte in Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Aluminium und anderen Buntmetallen sorgt eine 3-kW-Faserlaserquelle. „Wir sind die ersten in Österreich mit einem Faserlaser für die Rohrbearbeitung“, berichtet Wolfgang Terschl. Er verweist dann noch auf die wachsende Nachfrage nach Kupferrohren, beispielsweise auf dem Bau. Und wenn diese Rohre geschnitten werden müssen, biete der Faserlaser schließlich die besten Möglichkeiten. Dabei macht die Anlage mit einem neuen 5-Achs-Schneidkopf echte 3D-Schnitte möglich. Eine Tiltachse erlaubt Schrägschnitte mit Neigungen bis ± 45° zur Oberfläche des Rohrs respektive des Profils, so dass vor allem bei großen Wanddicken Fasenschnitte und optisch ansprechende Schrägschnitte möglich sind. Zudem sorgt die ungewöhnlich spitze Kontur des Schneidkopfs dafür, dass nicht nur runde, quadratische und rechteckige, sondern auch offene Sonderprofile mit komplizierten Querschnitten bearbeitet werden können.

Schneidkopf macht die Anlage flexibel

Der neue Schneidkopf „Tube Cutter“ in Kombination mit dem Faserlaser und einem vielseitigen Be- und Entladekonzept macht die Anlage sehr flexibel. Werner Terschl bezeichnet es auch als Einkopfstrategie: „Ich schneide zum Beispiel jetzt ein 160er Rohr aus Aluminium mit 4 mm Wanddicke. Das lagere ich dann zurück und schiebe einen Auftrag mit einem 100x100-Quadratrohr aus Niro 5 ein. Danach mache ich mit dem Auftrag aus dem Alurohr weiter. Das funktioniert problemlos.“ Dass dabei kein Umrüsten oder aufwendiges Ändern der Schneidparameter notwendig wird, dafür sorgen Sensoren am Schneidkopf, die die Schnittqualität unter Kontrolle halten und nachregeln.

Einsatz in der Schicht

Werner Terschl schätzt die Möglichkeit, die sich durch die verschiedenen Belademöglichkeiten –Bündellader, schrittweise Ladevorrichtung, einzelne Stange – ergeben. „Wir können beispielsweise vom Bündel arbeiten oder einzelne Rohre zuführen“, erläutert er und macht es am Beispiel deutlich. “Wir arbeiten mit dem Rohrlaser im Zweischichtbetrieb. Tagsüber erledigen wir eher die Prototypen und Kleinserien und solche Teile, bei denen ein versierter Bediener an der Maschine sein sollte.“

Je nach Auftragslage wird dann vom Bündel oder mit Einzelrohren gearbeitet. Dabei ist es sehr praktisch, dass Aufträge unterbrochen, zurückgelagert und später fortgesetzt werden können. „In der zweiten Schicht laufen dann die Aufträge vom Bündellader“

Die Maschine lässt sich jeweils von der Vorder- oder Rückseite be- und entladen. Beim Entladen werden kurze Teile fortlaufend auf ein Förderband ausgeschleust oder es können unterschiedliche Teile in programmierbaren Positionen abgesetzt werden. Das erleichtert das Sortieren der Teile und vereinfacht die Auftragsabwicklung.

Unterstützende Funktionen

Eine Vielzahl an Funktionen unterstützen den Bediener und sorgen für optimale Schneid-

ergebnisse. Dazu zählt beispielsweise Active Scan, das automatisch die Mitte eines Profils bestimmt und das Schneidprogramm daran ausrichtet. Auch die zuverlässige Schweißnahterkennung gehört dazu.

Und trotz der vielen Funktionen ist die Bedienung sehr einfach, bestätigt Bediener Pavo Spajic. Seit zwei Monaten arbeitet er an der Maschine, zuvor war er bei Terschl mehrere Jahre im Bereich Flachbettlaser tätig. Zur Vereinfachung trägt bei, dass auf dem Display nur jene Funktion angezeigt werden, die der Bediener in der aktuellen Situation tatsächlich braucht. Das Bediener-Interface empfiehlt passende Optionen und zeigt nicht benötigte Optionen und Funktionen erst gar nicht an. „Im Display kann man direkt Betriebsanleitungen oder Wartungspläne aufrufen“, hebt Pajic besonders hervor. „Und bei Fehlern zeigt die Maschine Bilder und gibt klare Anweisungen, wie man den Fehler beheben kann.“ Das alles vereinfache die Bedienung.

Und fügt dann noch an, dass die Maschine sehr produktiv sei. Das liege auch am einfachen Bedienkonzept und der komfortablen Steuerung samt der zahlreichen Zusatzfunktionen, betont Werner Terschl: „Denn Rohrlasern spielt in einer anderen Liga als Flachbettlasern“.

Volker Albrecht

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