Ideal für Einsteiger: Sicheres und umweltschonendes Schweißen ohne gesundheitliche Risiken. Augmented-Reality-Technologie bereichert die Schweißausbildung der TÜV Rheinland Akademie. Alle gängigen Schweißverfahren können am Simulator erprobt werden
Foto: TÜV Rheinland Akademie

Schweißen

So bereichert Augmented-Reality die Schweißausbildung

Augmented Reality für alle gängigen Schweißverfahren: Die Schweißausbildung der TÜV Rheinland Akademie profitiert von modernster digitaler Technik.

Bereits seit vier Jahren wird an 19 Trainingsstandorten der TÜV Rheinland Akademie die Qualifizierung im Bereich Schweißen via Augmented-Reality-Technologie unterstützt. Dass die Funken zu Beginn der Ausbildung nur digital im Schweißsimulator fliegen, bietet zahlreiche Vorteile: Die Auszubildenden können in den virtuellen Übungseinheiten sicher und umweltschonend das Handwerk des Schweißens erlernen.

So funktioniert Augmented Reality als computergestützte Erweiterung der Realität

Der auszubildende Schweißer sieht sein reales Umfeld sowie den Schweißbrenner und - je nach Schweißverfahren - den Schweißzusatz in seiner Hand. Das Werkstück, ein Assistenzsystem, der Lichtbogen und die Schweißnaht werden in das Sichtfeld des Schweißerhelms zusätzlich in die Realität projiziert. Auf diese Weise können alle gängigen Schweißverfahren wie Lichtbogenhandschweißen, Metallschutzgasschweißen und Wolfram-Inertgasschweißen am Simulator erprobt werden. „Die Optik ist täuschend echt“, bestätigen die Auszubildenden begeistert.

Die TÜV Rheinland Akademie steigert die Übungsintensität ...

„Unser Ziel ist es, die effektivste Ausbildung anzubieten“, erklärt Martin Steinhoff, Ausbilder der TÜV Rheinland Akademie für den Bereich Schweißen am Trainingsstandort Dortmund. Steinhoff selbst schweißt bereits seit seinem 18. Lebensjahr, die Umstellung auf den Simulator war für ihn zunächst ungewohnt, bietet aber zahlreiche Vorteile. „Am Simulator zu arbeiten ist aber vor allem für Einsteiger sehr angenehm“, berichtet er.

Dem pflichtet auch Steffen Handrack, Ausbilder an der TÜV Rheinland Akademie im brandenburgischen Brieske und in Lauchhammer bei. Er bildet bereits seit zwei Jahren am Simulator aus, die Erfahrungen seien vor allem bei Anfängern durchweg positiv, so Handrack. Während die Auszubildenden in der Schweißkabine lediglich drei Mal pro Stunde eine 30 cm lange Kehlnaht am echten Werkstück anfertigen können, sind im Simulator problemlos bis zu zwölf Werkstücke in der gleichen Zeit möglich. „Prinzipiell können die Auszubildenden die Schweißaufgaben am Schweißsimulator so oft wiederholen, bis sie sie sicher beherrschen“, erläutert Steffen Handrack.

... und die Nachhaltigkeit der Qualifizierung im Bereich Schweißen

Während die Übungsintensität erhöht wird, werden Material-, Zusatzwerkstoff- und Schutzgasverbrauch reduziert. Es wird weniger Energie benötigt und die digitale Technik ist deutlich umweltfreundlicher. „Wir produzieren weniger Schrott und reduzieren die Umweltbelastung, denn es fallen keine umweltschädlichen Schweißstäube an, die später fachgerecht entsorgt werden müssen“, berichtet Martin Steinhoff.

Gamification am Schweißsimulator: Teilnehmer spornen sich gegenseitig an

Ein weiterer Vorteil: Die Teilnehmer lernen beim Zusehen von der Arbeit der anderen und analysieren gemeinsam das Schweißergebnis am Monitor. Bewertet wird neben der richtigen Brennerhaltung auch die Schweißgeschwindigkeit. Wie auch beim realen Schweißen muss der Auszubildende zu Beginn die korrekten Schweißparameter, zum Beispiel Strom und Spannung, einstellen. „Der Effekt ist wie bei einem Videospiel“, so Steinhoff. „Jede Schweißnaht erhält eine prozentuale Bewertung, die angibt, wie gut geschweißt wurde. Es entsteht ein motivierender Wettbewerb zwischen den Auszubildenden um den Highscore.“ Nach dem Erreichen einer festgelegten Prozentzahl in der höchsten Schwierigkeitsstufe wechseln die Teilnehmer in die Schweißkabine, um die trainierte Technik auch in der Realität unter Beweis zu stellen.

Gute Berufschancen, auch für Quereinsteiger

Wer sich für eine Ausbildung zum Schweißer interessiert, sollte vor allem feinmotorisch begabt sein. „Eine ruhige Hand und ein sicheres Auge sind empfehlenswert, genauso wie eine besondere Sorgfalt beim Schweißen“, weiß Experte Steffen Handrack. Auch eine gewisse körperliche Konstitution sollte vorhanden sein, um die tägliche Arbeit mit Metall unter teilweise großer Hitze zu meistern. Absolventen einer Schweißerausbildung haben aktuell sehr gute Berufschancen, besonders in der Industrie. Auch Quereinsteiger können sich durch spezielle Weiterbildungen der TÜV Rheinland Akademie für den Schweißerberuf qualifizieren. Der Einstieg in die Qualifizierung zum Schweißer ist bei der TÜV Rheinland Akademie Dortmund jederzeit möglich. Via Gutschein von Arbeitsagentur oder Jobcenter ist die Qualifizierung bis zu 100% förderbar.

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