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Mit dem sogenannten Linvision-Helm können Fachkräfte ohne spezielle und kostenaufwändige Schulungen durch die Remoteunterstützung die Fehlerbehebung selbst durchführen.
Foto: Linsinger
Mit dem sogenannten Linvision-Helm können Fachkräfte ohne spezielle und kostenaufwändige Schulungen durch die Remoteunterstützung die Fehlerbehebung selbst durchführen.

Instandhaltung

Service ohne Wartezeit

Durch die Neuentwicklung des Linvision-Helm erhalten Kunden nun Echtzeitsupport per Mixed Reality und Audioanweisungen.

Plötzlich tritt ein Problem an der Maschine auf – was nun? Der erste Schritt wäre, per Telefon oder Mail mit dem Hersteller Kontakt aufzunehmen. Im besten Fall können bereits die Anlagenbediener Hinweise für die Ursache liefern und der Hersteller kann eine entsprechende Lösung vorschlagen. Jedoch muss in den in den meisten Fällen dennoch ein Techniker vorbeikommen und eine Fehlerbehebung vornehmen. Je nach Entfernung und Terminkalender kann dies innerhalb weniger Stunden erfolgen oder sogar mehrere Tage dauern. Doch egal wie lange, jeder Maschinenstillstand zieht unangenehme Produktionsausfälle mit sich und damit verbundene Verluste. Wäre es daher nicht um einiges günstiger und schneller, wenn Fehler sogar von den eigenen Mitarbeitern behoben werden könnten, auch ohne tiefgehende Kenntnisse der Maschine? So zumindest die Idee von Linsinger, einem Sondermaschinenbauer aus Oberösterreich. Die neuste Innovation des Unternehmens ist ein eigenentwickelter Helm, mit dem Linsinger-Techniker Fachkräfte vor Ort audiovisuell bei Reparaturen und Fehlerbehebungen unterstützen können – auf Wunsch sogar rund um die Uhr. Mit dem sogenannten Linvision-Helm können laut Hersteller Fachkräfte ohne spezielle und kostenaufwändige Schulungen durch die Remoteunterstützung die Fehlerbehebung selbst durchführen, ohne lange Wartezeiten und kostspieligen Serviceeinsätze. Teure und unnötige Schichtausfälle können dadurch vermieden werden.

Mitarbeiter vor Ort als verlängerter Arm des Supports

Für den Echtzeit-Support muss die Fachkraft lediglich den Helm aufsetzen und die Brille herunterklappen. Durch mehrere in den Helm integrierte Kameras kann das Linsinger-Serviceteam die aktuelle Situation vor Ort erfassen und sogar die Bewegungen der Fachkraft live mitverfolgen. Dies geschieht mittels eines an der Maschine befindlichen QR-Codes. Damit wird exakt die Position des Bedieners an der Maschine ermittelt und beispielsweise falsche Richtungsanweisungen vermieden. Um nun dem Mitarbeiter konkrete Anweisungen geben zu können, hat das Linsinger-Serviceteam drei verschiedene Möglichkeiten.

Erstens können beide Parteien über ein im Helm integriertes Headset fließend miteinander telefonieren. Auf diese Weise sind schnelle Rückfragen und rasche Reaktionen kein Problem. Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass dabei die Hände des Mitarbeiters frei bleiben und der Fehlerbehebungsprozess deutlich beschleunigt wird.

Zweitens lassen sich im Display der Datenbrille Pfeile, Markierungen und sogar Bilder einblenden. Mixed beziehungsweise Augmented Reality heißt hier das Zauberwort. Pfeile können eingeblendet werden, damit diese auf kritische Bauteile hinweisen. Auch bei einer Veränderung der Blickrichtung verharren die Pfeile in ihrer Position. Zudem zeigen eingeblendete Bilder mögliche Soll-Zustände, wie beispielsweise Schalterstellungen oder Bauteilanordnungen. Die Bilder dienen dazu, die mündlichen Anweisungen zu visualisieren und eventuelle Sprachbarrieren sowie Verständnisschwierigkeiten zu überwinden und damit wird die Fehlerbehebung deutlich vereinfacht.

Drittens können auch komplexe und detailreiche Informationen in der Datenbrille angezeigt werden. Der Mitarbeiter hebt einfach seine Hand und kann, wenn er in seine Handfläche blickt, ein Chatfenster öffnen. Das sogenannte Message Board zeigt wichtige Informationen wie Codes und Produktnummern, die vom Linsinger Servicetechniker wie in einem Chatprotokoll durchgegeben werden.

In Summe kann sich der Mitarbeiter so auf umfassende audiovisuelle Anweisungen verlassen, die eine schnelle Fehlerbehebung an der Maschine ermöglichen, unabhängig vom tatsächlichen Aufenthaltsort des Technikers.

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Der Mitarbeiter hebt einfach seine Hand und kann, wenn er in seine Handfläche blickt, ein Chatfenster öffnen. So lassen sich auch komplexe Informationen transportieren.
Foto: Gerhard Maier
Der Mitarbeiter hebt einfach seine Hand und kann, wenn er in seine Handfläche blickt, ein Chatfenster öffnen. So lassen sich auch komplexe Informationen transportieren.

So funktioniert’s

Je nach Bedarf können verschiede Supportmodelle angeboten werden, bis hin zu einer Serviceverfügbarkeit rund um die Uhr. Derzeit wird dieser Dienst in Deutsch und Englisch angeboten, zusätzlich ist eine Übersetzungsfunktion in Planung. Damit die Linsinger-Techniker einen Überblick über die vorhandenen Anlagen haben, werden alle Maschinen digital erfasst und zur einfachen Fehlerfindung entsprechende 3D-Modelle für das Serviceteam bereitgestellt. Die Maschinen sind online dauerhaft mit dem Linsinger Service Netzwerk verbunden, damit rasch und ohne langer Verbindungsherstellungen der Fehlerbehebungsprozess starten kann. Der Linvision Helm selbst ist mit einem Akku versehen, sodass sich der Träger frei im Raum bewegen kann. Die Aufladung erfolgt über ein USB-Kabel oder es werden mehrere Akkupacks verwendet, die in einer Ladestation verweilen. Neben der „Soforthilfe“ bei Problemen gibt es noch weitere Anwendungsmöglichkeiten für den Linvision, zum Beispiel Mitarbeiterschulungen oder die jährliche Maschinenwartung.

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Der Linvision Helm selbst ist mit einem Akku versehen, sodass sich der Träger frei im Raum bewegen kann.
Foto: Sarah Schulz
Der Linvision Helm selbst ist mit einem Akku versehen, sodass sich der Träger frei im Raum bewegen kann.
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