Im Vergleich zu konventionellen Pressen spart die CSP 100 bei SF Schanz Stanztechnologie rund 30 Prozent der Werkzeugwechselzeit ein.
Foto: Schuler

Stanzautomaten

Präzisionsteile im Pendelhub

SF Schanz Stanztechnik setzt auf den Ein-Pleuel-Stanzautomaten CSP 100 mit Servo-Direkt-Technologie und Kniehebelantrieb von Beutler Nova.

Stephan Schanz, Inhaber der SF Schanz Stanztechnologie GmbH im württembergischen Straubenhardt, entschied sich 2015 für den damals brandneuen Ein-Pleuel-Stanzautomaten CSP 100 mit Servo-Direkt-Technologie von Beutler Nova, einer Tochter der Schuler AG und Spezialist für C-Gestell- und Compact-Pressen.

Mit gerade 27 Jahren hatte der Maschinenbautechniker 2007 einen eingeführten Stanzbetrieb übernommen. 2010 folgte der Umzug nach Straubenhardt und die Umfirmierung zu SF Schanz Stanztechnologie. Seit Ende 2010 geht es stetig aufwärts, derzeit beschäftigt das Unternehmen sechs Mitarbeiter.

Überzeugt hat Stephan Schanz bei der CSP 100 die Kombination von Kniehebeltechnik und Servoantrieb. Zudem schätzt er die im Vergleich zu herkömmlichen stanzautomaten geringe Aufstellfläche von gerade einmal zwei Quadratmetern, so dass die freibleibende Fläche beispielsweise für Logistik genutzt werden kann.

Der Ein-Pleuel-Stanzautomat mit Servo-Direkt-Technologie bringe im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen sowohl mehr Ausbringungsleistung als auch eine bessere Energieeffizienz. Grund dafür ist ein hochdynamischer Einbau-Torquemotor, der bei der Maschine direkt auf einem Kniegelenk-Antrieb sitzt und den Pendelhub-Betrieb möglich macht.

Die reversierende Bewegung des Torquemotors in Verbindung mit der individuellen Anpassung der Hubhöhe via Servo-Direkt-Technologie führt zu einer deutlichen Ausbringungssteigerung. Zudem ist der Energieverbrauch pro Hub im Vergleich zu konventionell angetriebenen Pressen geringer. Gleichzeitig erhöhen sich durch die optimale Anpassung der Stößelgeschwindigkeit die Teilequalität und die Werkzeugstandzeiten. Stanzexperte Frank Leininger, ein alter Hase im Team der SF Schanz Stanztechnologie: „Dabei ist schieres Tempo für uns nicht entscheidend. Lieber verzichte ich auf ein paar Takte und erreiche dadurch einen störungsfreien Dauerlauf.“

Umformprozess individuell anpassbar

Der Kniegelenk-Antrieb ermöglicht bereits durch seinen Aufbau geringe Stößelgeschwindigkeiten während der Umformphase. Durch die ServoDirekt-Technologie lässt sich der Umformprozess darüber hinaus individuell an das jeweilige Bauteil anpassen. Bei SF Schanz Stanztechnologie entstehen so Massenprodukte für die unterschiedlichsten Branchen: von Komponenten für die Elektronikindustrie in Messing oder Kupfer über belastbare Möbelbeschläge bis hin zu präzisen Autoteilen. Gearbeitet wird überwiegend vom Coil mit bis zu 300 mm Bandbreite im Dickenbereich zwischen 0,2 und 2,5 mm.

Weil der Anteil der NE-Metallen bei über 70 % liegt, gibt es in Straubenhardt kaum Probleme mit den Werkzeugstandzeiten. Frank Leininger: „Wir schaffen problemlos bis zu 800.000 Teile, da sind die meisten Serien längst durch.“ Denn bei SF Stanztechnologien bestimmen eher kleinere Losgrößen den Alltag, wenn auch beim Besuch in Straubenhardt gerade eine Charge des Großprojekts mit sieben Millionen Stück im Jahr läuft. Stephan Schanz: „Um flexibel zu sein, produzieren wir immer ein Zwei-Monats-Los als Pufferbestand. So bedienen wir weitere Kunden ganz flexibel.“

Schneller Werkzeugwechsel

Die programmierbare Stößelbewegung bietet weitere Vorteile: Die „Quick Lift“-Funktion vereinfacht und beschleunigt den Werkzeugwechsel, und im Anschluss sorgt der Tuschierbetrieb für einen reibungslosen und schnellen Produktionsanlauf. Frank Leininger: „Durch diese Funktion und die gute Zugänglichkeit zum Maschinentisch sparen wir beim Werkzeugwechsel gut 30 Prozent an Zeit gegenüber unseren konventionellen Exzenter-Pressen.“

Das schmierölfreie Antriebskonzept der CSP 100 ist in der Praxis für die SF Stanztechnologie ein angenehmer Nebeneffekt, hingegen nicht entscheidend. Inhaber Stephan Schanz: „Wir arbeiten fast immer mit Stanzölen zur schonenden Behandlung von Material und Werkzeug, müssen also unsere Teile ohnehin reinigen, um die Restölvorgaben unserer Kunden zu erfüllen.“ Andere Kunden von Beutler Nova allerdings sehen im ölfreien Antriebskonzept den entscheidenden USP. So darf in der Medizintechnik oder bei der Verarbeitung von Edelmetallen keinerlei Öl auf das Material geraten.

Die Bedienung erfolgt dabei intuitiv über einen Touchscreen; vorprogrammierte Kurven für Kniehebel-Standard, Schneiden, Prägen, Biegen und Ziehen sind bereits in der Steuerung hinterlegt. Im erweiterbaren Expertenmodus sind weitere Geschwindigkeitsprofile frei programmierbar. Der integrierte Wartungsplan sorgt für Prozesssicherheit: Abhängig von Betriebsstunden und Hubzahl zeigt die Software fällige Wartungsarbeiten an. Die, betont Stephan Schanz, werden vom Schuler-Team stets prompt und in bester Qualität ausgeführt.

Zahlen zur CSP 100

  • Presskraft: 1000 kN

  • Hubzahl: 130 1/min

  • Werkzeugeinbauhöhe: 370 mm

  • Ausladung: 350 mm

  • Stößelhub: 20 - 160 mm

Foto: Schuler

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