V. l. n. r.: Dr. K. Finkenwirth (Geschäftsführer Liebherr Verzahntechnik GmbH, Kempten), Dr. H.-J.Prokop (VDW-Vorsitzender), K. Winkler (Geschäftsführer Heller Maschinenfabrik GmbH, Nürtingen), Dr. W. Schäfer (VDW-Geschäftsführer).
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Neues VDW-Projekt: Industrie 4.0 gemeinsam anpacken

Der VDW startet mit deutschen Werkzeugmaschinenherstellern eine Initiative für die vernetzte Produktion.

Auf der EMO stellt der VDW erstmals die Initiative der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie für die vernetzte Produktion vor. „Ziel ist es, einen Standard für die Anbindung unterschiedlichster Maschinensteuerungen an eine gemeinsame Schnittstelle – einen Connector – zu entwickeln und softwaretechnisch zu implementieren“, gibt Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, auf einer Pressekonferenz bekannt. In der ersten Projektphase ist ein Kernteam mit den Firmen DMG Mori, Emag, Grob, Heller, Liebherr-Verzahntechnik, United Grinding, Trumpf und dem VDW beteiligt.

Standardisiertes Datenformat geplant

Der VDW-Vorstand hat dieses Projekt im Frühjahr beschlossen, weil es bisher an einer einheitlichen und durchgängigen Lösung fehlt. Mit dem geplanten Standard sollen Daten aus unterschiedlichen Maschinen mit unterschiedlichen Steuerungen vieler Generationen ausgelesen und in einem standardisierten Datenformat in die Fertigungsleitsystemen oder in die Cloud befördert werden können, um sie auszuwerten und für Optimierungsaufgaben zu nutzen. „Dies ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg von Industrie 4.0, gerade auch im Mittelstand“, stellt Prokop fest.

Für die Maschinenhersteller wäre dies eine deutliche Entlastung von Aufgaben, die zwar dringend erledigt werden müssen, jedoch nicht zum Kerngeschäft gehören und hohe Kosten verursachen.

Offenes System für die notwendige Flexibilität

Der angestrebte Standard entlastet somit das einzelne VDW-Mitglied von zeitraubender Beschäftigung mit Infrastrukturthemen. Nicht zuletzt erwächst hieraus ein offenes System, das die dringend benötigte Unabhängigkeit und Flexibilität bietet. „Denn leider zeigen auch die hier auf der Messe vorgestellten jüngsten Entwicklungen, dass insbesondere bei Steuerungssystemen der Trend zu proprietären Ökosystemen anhält“, sagt Prokop.

Erste Ergebnisse für Anfang 2018 erwartet

Im Rahmen des Projekts sollen zunächst die folgenden Aspekte umgesetzt werden:

  1. Gemeinsame Erarbeitung einer Schnittstellenspezifikation

  2. Implementierung eines so genannten Connectorstacks, der Signale aus unterschiedlichen Steuerungsschnittstellen nach OPC UA (OPC Unified Architecture) übersetzt

  3. Implementierung eines Gateways, das auf Basis der OPC UA-Datenstruktur die sichere Anbindung an unterschiedliche EDV-Systeme und Clouds via Standardprotokollen erlaubt

Im ersten Quartal 2018 sollen bereits Ergebnisse vorliegen: Angestrebt ist die Präsentation eines Grunddatensatzes.

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