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Die Presshärtelinien von AP&T eignen sich für die Fertigung von Karosseriebauteilen aus großen, integrierten Platinen.
Foto: AP&T
Die Presshärtelinien von AP&T eignen sich für die Fertigung von Karosseriebauteilen aus großen, integrierten Platinen.

Pressen

Neue Potenziale zur Gewichtsreduzierung

Nachdem AP&T bisher über 150 Presshärtelinien an Kunden weltweit geliefert hat, sieht das Unternehmen nun große Chancen in dem wachsenden Interesse an MPI.

Hohe Materialausnutzung, geringes Gewicht, wenig Klimabelastung und eine einfache Produktion – gute Gründe für das Interesse der Automobilindustrie an pressgehärteten Karosseriebauteilen. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn die großen Platinen aus vielen kleineren Schweißteilen bestehen. Eine Methode hierfür ist die Multi Part Integration (MPI) von Arcelor Mittal. Dieses Konzept eignet sich gut für die Presshärtelinien von AP&T. „Mit MPI können Teile mit unterschiedlichen Materialeigenschaften in ein und dieselbe Platine integriert werden. Die einzelnen Teile werden ohne Überlappung kundenspezifisch verschweißt, wodurch weniger Material verbraucht wird. Das Gewicht der Platine wird reduziert, ohne dass die Festigkeit und die Aufprallsicherheit beeinträchtigt werden“, sagt Jan Larsson, Business Developer bei AP&T.

Vorteile von MPI

Die Materialeinsparungen führen nicht nur zu geringeren Kosten, sondern auch zu einer geringeren Klimabelastung. Der größte Teil der Klimabelastung, die ein pressgehärtetes Teil während seines Lebenszyklus verursacht, lässt sich auf die Herstellung des Stahls zurückführen. Daher ist es unter Klimaaspekten von großer Bedeutung, Materialien effizient zu nutzen. Die Gewichtsreduzierung wirkt sich auch positiv auf den Energieverbrauch und die die CO2-Emissionen des fertigen Fahrzeugs aus. Für die Automobilhersteller vereinfacht MPI auch die Produktion. Da die Bauteile aus einer großen Platine statt aus vielen kleinen gefertigt werden, sind weniger Arbeitsschritte und Werkzeuge erforderlich und der Platzbedarf in der Fertigungshalle ist geringer. „Ein Doppeltürrahmen kann aus fünf oder sechs verschiedenen Teilen bestehen, die normalerweise im Werk gelagert, bewegt, geformt und montiert werden müssen. Mit MPI spart man Zeit und erreicht einen weniger komplexen Ablauf“, so Larsson.

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Seit Herbst 2023 im kommerziellen Betrieb

Seit Herbst 2023 hat AP&T eine Produktionslinie zur Herstellung von Doppeltürringen bei einem Kunden im kommerziellen Betrieb. Nachdem AP&T bisher über 150 Presshärtelinien an Kunden weltweit geliefert hat, sieht das Unternehmen nun große Chancen in dem wachsenden Interesse an MPI und will sich nun auf sein Angebot für das Presshärten großer Platinen konzentrieren. „Mit unserem modular aufgebauten Programm von Pressen, Linearrobotern und Öfen können wir unabhängig von der Art der zu produzierenden Teile immer eine optimierte Linie entwickeln und anbieten. Wenn es um die Herstellung großer Bauteile geht, ist unser Konzept der elektrischen, energieeffizienten und kompakten Mehrlagenkammeröfen (MLF – Multi Layer Furnace) hervorragend geeignet. Unser Mehrlagenkammerofen benötigt nur einen Bruchteil der Stellfläche eines herkömmlichen Rollenherdofens“, erklärt der Business Manager of Line Solutions des Unternehmens, Lennart Johansson.

Enge Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern

Im Laufe der Jahre hat AP&T insgesamt 70 dieser Öfen verkauft. Inzwischen ist die dritte Generation mit sieben Kammern bis zu einer Größe von 3.000 x 2.000 mm im Einsatz. Jede Linie kann mit bis zu vier Öfen ausgestattet werden, was ein hohes Maß an Flexibilität bietet. Außerdem haben die Öfen nur wenige bewegliche Teile und erfordern damit weniger Wartungsarbeit. „Das Linienkonzept an sich legt den Grundstein für eine klimaschonende Produktion. Zum einen durch unsere energieeffizienten, zuverlässigen Maschinen, zum anderen durch unser ‚360° Lifetime Performance Offer‘, was bedeutet, dass wir die Anlage im Laufe der Zeit optimieren, aufrüsten und warten, damit sie während ihres gesamten Lebenszyklus eine hervorragende Leistung erbringt und das Klima nur wenig belastet“, sagt Johansson. „Wir verfügen über die Technologie und das Prozess-Know-how. Am wichtigsten für gute Ergebnisse ist jedoch, dass das Bauteil von Anfang im Hinblick auf dieses Fertigungsverfahren designt wird. Wir fördern daher eine frühzeitige und enge Zusammenarbeit mit den Designern der Automobilhersteller“, sagt Larsson.

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„2002 trat man an uns heran, um eine Presse und einige Linearroboter für eine Anlage zu liefern, die in den USA zum Presshärten von Kotflügelteilen für den Ford Mustang eingesetzt werden sollte. Wir erkannten, dass das Gebiet ein großes Potenzial birgt“, sagt Mats Lindman, ein Vertriebsleiter von AP&T

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