Für eine effiziente Fertigung ist die Materialauswahl wichtig, das gilt vor allem bei Lasergüten. Thomas Bauer, MCB Deutschland (li) und Markus Kahlert, HP-Polytechnik oHG, prüfen Laserteile.
Foto: MCB Deutschland

Werkstoffe

Materialauswahl: die ganze Prozesskette zählt

Die Anforderungen an die Oberflächen von Blechteilen sind in den letzten Jahren gestiegen. Dabei spielt die Materialqualität eine große Rolle, wie dieser Anwenderbericht zeigt.

Als Feinblechspezialist verarbeitet HP-Polytechnik jährlich mehr als 800 t Material. Aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Edelstahl, Stahlblech, Aluminium, Messing oder Kupfer fertigt das Unternehmen Platinen und Komponenten, die dann in verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommen. Das Unternehmen kennt die hohen Ansprüche seiner Kunden an die Schnittqualität und Lackierfähigkeit der bestellten Blechteile. Entsprechend setzt es auf ein breites Sortiment verschiedener Güten und eine geschickte Auswahl des passenden Stahlblechs.

Der Werkstoff ist entscheidend

Ein Entgratzentrum sorgt für den letzten Feinschliff der Produkte. Man weiß bei HP-Polytechnik aus Erfahrung, dass häufig schon der Einkauf des richtigen Werkstoffs entscheidet, ob sich ein hochwertiges Bauteil auch kosteneffizient fertigen lässt. Gerade das Laserschneiden kann durch die Wärmeeinbringung Spannungen im Material freisetzen, die zu Verzug führen. Im schlimmsten Fall führt dies zu Schäden in der Verarbeitungslinie oder der Verzug muss durch Nachbearbeitungen korrigiert werden. Dieser zusätzliche Prozess verursacht Kosten, die sich mit laseroptimierten Stahlgüten vermeiden lassen.

Empfehlung geeigneter Lasergüte

Vor diesem Hintergrund machte Thomas Bauer, Teamleiter beim Metallgroßhandel MCB Deutschland, HP-Polytechnik auf die Lasergüte Ympress Laser von Tata Steel aufmerksam. Diese wurde speziell für effizientes und präzises Laserschneiden bei hohen Geschwindigkeiten entwickelt. Mit dem laseroptimierten Stahl profitieren die Kunden von einem hochwertigen Produkt zu nach Herstellerangaben insgesamt geringeren Kosten.
MCB Deutschland beliefert HP-Polytechnik seit der Gründung 1995 mit Material. Der Metallgroßhändler ist Teil der MCB Group und legt viel Wert auf Kundennähe. Denn nur wenn der Distributor weiß, wofür ein Werkstoff eingesetzt werden soll, welche Verarbeitungsschritte er durchläuft und wie die Anforderungen an das Endprodukt aussehen, kann er das richtige Material empfehlen.
Als HP-Polytechnik Schwierigkeiten mit der Beschaffung von Lasergüten hatte und die Qualitätsanforderungen der Kunden gleichzeitig weiter stiegen, konnte deshalb der Metallhändler mit seinen Detailkenntnissen Ympress Laser von Tata Steel als Alternative empfehlen. Denn neben dem Laserschneiden sind eine gute Oberflächenqualität und Ebenheit sowie eine hohe Kantenqualität wichtig.

Vorteile im Einsatz

Nach einer Testphase nahm HP-Polytechnik die laseroptimierte Güte in sein Sortiment auf. Heute verwendet das Unternehmen Ympress Laser E250C und S420MC in Dicken von 2 bis 15 mm, wobei der größte Bedarf für Ympress Laser S420MC in 3 mm und Ympress Laser E250C in 5 mm Dicke besteht. Diese Stahlgüten kommen bei Leuchtengehäusen, Trägerelementen im Ladenbau, Traversenelementen, Sicherungsringen, Motorenflanschen, Versteifungswinkeln und im Maschinenbau zum Einsatz.
Überzeugt habe HP-Polytechnik die garantierten Produkteigenschaften von Ympress Laser auch nach dem Laserschneiden, heißt es. Die konstante Verarbeitungsqualität begünstigt automatisierte Fertigungsschritte und für den blechverarbeitenden Betrieb reduziert sich mit dem laseroptimierten Stahl die zeitintensive Nachbearbeitung. „Durch den immer stärker werdenden Preisdruck ist es für uns wichtig, effizient zu fertigen und dabei auch nachgelagerte Schritte mitzudenken. Dafür müssen wir uns auf konstante Materialeigenschaften verlassen können. Mit Ympress Laser benötigen wir weniger Zeit in der Nachbearbeitung, sodass wir unsere Angebote zuverlässig kalkulieren können“, fasst Markus Kahlert, Maschinenbauingenieur bei HP-Polytechnik, zusammen.

Materialkosten versus Zeitersparnis

Beispielsweise lassen sich Bauteile aus Ympress Laser deutlich schneller entgraten als Bauteile aus herkömmlichen Stählen. Außerdem könnten mit der Stahlgüte zehn bis 15 Prozent höhere Schneidgeschwindigkeiten mit dem Laser realisiert werden, erläutert Kahlert. Für die gesamte Weiterverarbeitung – inklusive Laserschneiden und Entgraten – benötigt der Feinblechspezialist damit beim Einsatz von Ympress Laser deutlich weniger Zeit als mit einem herkömmlichen Stahl, sodass sich die etwas höheren Materialkosten wirtschaftlich lohnen.

Zuverlässige und flexible Lieferkette

Da HP-Polytechnik ausschließlich nach Kundenauftrag fertigt, ist eine flexible Materialversorgung wichtig. Nur so können kurzfristige Projekte erfüllt werden, ohne eine teure Lagerhaltung betreiben zu müssen.
MCB Deutschland liefert als offizieller Vertriebspartner von Tata Steel die benötigten Mengen Ympress Laser innerhalb von 24 Stunden. Der Metallgroßhändler bezieht seine Ware direkt vom Hersteller und tafelt die Coils selbst oder bei zugelassenen Ympress-Laser-Prozessoren ab.
Tata Steel fertigt Ympress Laser im niederländischen IJmuiden und stellt nach eigenen Angaben in der Werkstoffproduktion die gleichbleibend engen Toleranzen bei Abmessungen und Ebenheiten sicher. So sorgen eine strenge Kontrolle und Überwachung der chemischen Zusammensetzung des Stahls und der Prozessparameter für die garantierten, konstanten Produkteigenschaften. Für die gesamte Lieferkette gelten dabei hohe Qualitätsstandards, damit sicherstellt ist, dass die Vorteile von Ympress Laser auch beim Endkunden ankommen.

Unterstützung durch die Supply-Chain-Experten

Mit standardisierten, recyclingfähigen Schutzverpackungen, einer kontrollierten Lagerung in definierten Temperaturbereichen und speziellen technischen Vorgaben beim Abtafeln kommt das Produkt in die Weiterverarbeitung. Thomas Bauer, Teamleiter bei MCB Deutschland, resümiert das Konzept: „Wir pflegen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Je genauer wir ihr Geschäft kennen, desto besser können wir sie mit dem optimalen Werkstoff für ihre Anwendung versorgen. Dabei übernehmen wir auch das Supply-Chain-Management, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.“

Oberflächentechnik

Qualitätstahl für schnelles und sauberes Laserschneiden

Tata Steel bietet mit Ympress Laser einen homogenen Qualitätstahl für schnelles und sauberes Laserschneiden an. Das Material ist auch in Deutschland verfügbar.

Trenntechnik

Hybrid-Laserquelle

Eine neuartige Laserquelle, die zum Schweißen, Schneiden und Löten eingesetzt werden kann, ist Lhyte von Comau. Das Hybridsystem kann als 6-kW-Direktdiodenlaser oder als 4 kW-Faserlaser genutzt werden. Lhyte ist zudem für das Backup eine interessante Alternative.

Laserschweißen

Laserschweißen als One-Stop-Solution.

Fanuc erweitert sein integriertes Laserpaket zur Ausstattung von Lasersystemen um das Laserschweißen und stellt einen 12-kW-Faserlaser vor.

Laserschneiden

Laser-Intensität auf Geschwindigkeit abstimmen

Laserschneiden: Konsistente Schnittführung erfordert die präzise Abstimmung der Laser-Intensität und der Geschwindigkeit bewegter Komponenten. Ecken können somit gleichmäßiger und mit geringem Zeitverlust geschnitten werden.