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Insolvenzverwalter Dr. Dirk Herzig von Schultze & Braun will trotz schwieriger Ausgangslage den Geschäftsbetrieb des Eisenwerk Erzgebirge aufrecht erhalten.

Unternehmen

Insolvenzverfahren beim Eisenwerk Erzgebirge eröffnet

Bei der Eisenwerk Erzgebirge 1566 GmbH ist kürzlich das Insolvenzverfahren eingeleitet worden.  Können die Kunden den Geschäftsbetrieb retten?

Nachdem zum 1. August 2021 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, hat das Amtsgericht Chemnitz den kommissarischen Insolvenzverwalter Dr. Dirk Herzig von Schultze & Braun nun zum offiziellen Insolvenzverwalter der der Eisenwerk Erzgebirge 1566 GmbH bestellt. Gleichzeitig wurde der bisherige vorläufige Gläubigerausschuss auch für das eröffnete Verfahren eingesetzt, mit dem sich Dr. Herzig eng abstimmt. Oberstes Ziel ist es weiterhin den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dazu steht Dr. Herzig derzeit mit den Kunden in enger Abstimmung.

Eisenwerk Erzgebirge in schwieriger Lage

„Die Ausgangssituation ist weiterhin schwierig, nachdem bislang jedwede Unterstützung von den Eigentümern des Unternehmens, die zur Prevent-Gruppe gehören, ausgeblieben ist. Ob es weitergehen kann, um den eingeleiteten Verkaufsprozess fortführen zu können, wird daher maßgeblich von den Kunden abhängen“, sagt Dr. Herzig. „Angesichts der viel gelobten Qualität der Eisenwerk-Produkte hoffe ich sehr, dass die Kunden ihren Beitrag zu einer Sanierung leisten werden. Diese haben allerdings auch verständlicherweise einen Beitrag der Prevent-Gruppe zum Erhalt des Unternehmens eingefordert.“ Immerhin haben die zur Prevent-Gruppe gehörenden Eigentümer der wesentlichen Betriebsausstattung ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, an einem Verkauf des Unternehmens mitzuwirken. Es wird sich zeigen, wie belastbar diese Bekundung sein wird.

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Insolvenzverwalter will Kündigungen vermeiden

Die Kommunikation mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft ist sehr transparent. „Mir ist wichtig, die Arbeitnehmervertreter offen und ehrlich über die vorgefundene Situation und die meinerseits eingeleiteten Maßnahmen zu informieren“, stellt Herzig heraus. Kündigungen hat der Insolvenzverwalter bislang nicht ausgesprochen. „Unsere Planungen zeigen, dass mit zusätzlichem Personal sehr schnell der Turnaround geschafft werden kann, denn die Kunden sind grundsätzlich bereit, für eine höhere Auslastung zu sorgen. Der Erfolg wird sich jedoch erst zeitversetzt einstellen. Daher müssen die nächsten Wochen erst einmal überstanden werden. Das wird schwer genug werden.“

Zusätzlich hat Dr. Herzig einen Interimsmanager von der Beratungsgesellschaft Sycon an Bord genommen, um die Produktionsabläufe zu führen, zu koordinieren und effizienter zu gestalten. Damit sollen die Kostenstrukturen des Eisenwerks verbessert und das Unternehmen für eine Übernahme attraktiver gemacht werden.

Die Suche nach Investoren läuft bereits

Parallel hat Dr. Herzig mit der Suche nach möglichen Investoren begonnen. In Frage kommen sowohl strategische Investoren als auch Finanzinvestoren. Erste Interessentenbekunden gibt es bereits. Der Verkaufsprozess soll möglichst zügig vorangetrieben und abgeschlossen werden, um damit das Überleben des Unternehmens zu sichern. Dafür wird aber die Mitwirkung der Prevent-Gruppe zwingend erforderlich sein. An dieser Stelle stellt Dr. Herzig noch einmal heraus, dass „der vormalige anwaltliche Vertreter in dem Eigeninsolvenzantrag eine Unterstützung der Prevent-Gruppe angekündigt hat. Jetzt gilt es den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Ich habe den Eigentümern meine Gesprächsbereitschaft signalisiert.“