Laserhub setzt Grundgedanken der digitalisierten Fertigung um, in dem die Plattform automatisch Aufträge an unterschiedliche Lohnfertiger verteilt, die aktuell freie Kapazitäten haben. Bilder: Laserhub.

IT-Lösungen

Industrie 4.0: Digital vernetzte Auftragsvermittlung

Die Online-Plattform Laserhub.de vermittelt automatisch Aufträge für Laser- und Biegeteile mit wenigen Clicks auf einer cloudbasierten Online-Plattform.

Die cloudbasierte Online-Plattform Laserhub für die Vermittlung von Laser- und Biegaufträgen ist auf der Blechexpo auf positive Resonanz gestoßen, betont der Plattformgründer und Geschäftsführer Adrain Raidt. "Die Wirtschaft boomt, was natürlich eine tolle Sache ist. Allerdings schafft dieser Boom auch Probleme. Viele Hersteller sind an ihren Kapazitätsgrenzen und haben Probleme die Nachfrage effizient zu bedienen. Die teilweise horrenden Lieferzeiten frustrieren Anbieter und Kunden", erklärt Adrian Raidt. „Außerdem sieht sich die Branche hierzulande mit wachsendem Digitalisierungsdruck konfrontiert. Der Handlungsdruck wird zwischenzeitlich erkannt und sowohl Blechbearbeiter als auch deren Kunden erkennen, dass digitale Geschäftsmodelle erhebliche Vorteile mit sich bringen können.“

Vollautomatischen Prüfung der CAD-Zeichnungsdaten

Die Online-Plattform „Laserhub“ ermöglicht es Unternehmen, ihre Aufträge für Laser- und Biegeteile mit wenigen Klicks auf einer cloudbasierten Online-Plattform zu erteilen. Ein vollautomatisierter Prozess prüft dabei zunächst sehr schnell die CAD-Zeichnungen auf Machbarkeit, kalkuliert Preise und identifiziert den passenden Produzenten. Anschließend verknüpft sie vollautomatisiert die Anfragen mit den Ressourcen der Anbieter, die dann automatisch die eingestellten Aufträge übernehmen und realisieren können. Laserhub tritt im Unterschied zu anderen Plattformen für alle Beteiligten als einziger Vertragspartner auf und zeichnet für den gesamten Prozess, von der Bestellung über die Umsetzung bis zur Logistik und Abrechnung verantwortlich. Das Unternehmen kann dabei jederzeit in den Ablauf eingreifen und diesen optimieren. „Wir sind für den Gesamtprozess verantwortlich, bis der Kunde die fertigen Teile in seinen Händen hält und können den Ablauf optimieren“, erläutert Raidt. „Durch die Plattform könnten die Kunden ihre Prozesskosten um bis zu 70 Prozent senken.“ Dies wirke sich insbesondere bei Kleinserien aus, wo allein der Aufwand für das Einholen von Angeboten oft höher sei als der Warenwert. Auch die Produktionspartner von Laserhub, das heißt die Lohnfertiger, profitierten von der Online-Plattform: Die mit dem Portal verknüpften Blechbearbeiter erhalten passende Aufträge vollautomatisch und digital, so dass die Aufträge effizient bearbeitet werden können.

Win-Win-Situation für Lohnfertiger und Auftraggeber

„Viele Blechbearbeiter sind stolz darauf, dass sie ihren Kunden die komplette Bandbreite bezüglich Materialien und Lieferzeiten bieten. Vernachlässigt werden dabei aber oft die hohen Prozesskosten die durch die fehlende Spezialisierung entstehen: Lagerkosten, Rüstkosten und Verschnitt. Dauerhaft können sich das nur wenige leisten“, so Adrian Raidt. „Wir bieten den Herstellern mit unserer Plattform die Möglichkeit, die Teile, die nicht optimal in den Prozessablauf passen, einfach online zuzukaufen.“

Das Interesse der Messebesucher an Laserhub stimmt die Gründer des jungen Unternehmens zuversichtlich. Vor allem die automatische Teilekalkulation der cloudbasierten Online-Plattform sowie der digitale Prozess der Produzentenauswahl hätten überzeugt. Entsprechend visiert das Unternehmen eine Erweiterung des Netzwerks an Produktionspartnern sowie die Ausweitung des technologischen Angebots an.

Laserhub als Start-up mit erfahrenen Gründern

Die Laserhub GmbH wurde im Jahr 2017 von Adrian Raidt und Dr. Benjamin Krill in Stuttgart gegründet. Beide Gründer verfügen nach eigenen aussgaen über mehrere Jahre Erfahrung im Maschinenbau und in der Prozesskette Blech. „Unsere Kernkompetenz liegt in der Optimierung von Vertriebs- und Verwaltungsprozessen und in der Softwareentwicklung“, heißt es. In diesen Feldern seien Blechbearbeiter eher schwach aufgestellt, und Laserhub wolle diese Lücke mit Know-how schließen. Nach eigen Aussagen arbeitet Laserhub langfristig mit ausgewählten Blechbearbeitern zusammen. Produziert werde ausschließlich in Deutschland und bei der Auswahl der Blechfertiger haben man Trumpf-Lasermaschinen in der Fertigung bevorzugt. Ständige Bewertungen der Fertiger durch die Auftraggeber sollen eine weitere Form der Qualitätssicherung darstellen. Und mit allen Partnern wurde eine Geheimhaltungserklärung geschlossen.

Das Angebot von Laserhub ist in dieser Form in Deutschland einzigartig und erinnert an das Geschäftsmodell von Amazon. Insgesamt scheint es ein interessanter Ansatz, der über die bisher bekannten Vermittlungsplattformen oder Webshops von Lohnfertigern hinausgeht. Das Konzept ist ein erster Ansatz für ein neues Geschäftsmodell in Zeiten von Industrie 4.0, indem es neue Wege einer digitalisierten Auftragsvergabe eröffnet.

Foto: Weinbrenner

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Foto: Lorch

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Foto: Stampack

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