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Foto: H-O-T Härte- und Oberflächentechnik

Härten

Härten, Veredeln und Beschichten aus einer Hand

Trotz Corona geht das Härten, Veredeln und Beschichten bei H-O-T erfolgreich weiter. Und das nicht nur für „systemrelevante“ Kunden aus der Medizinbranche.

Die H-O-T Härte- und Oberflächentechnik GmbH & Co. KG, ein Nürnberger Unternehmen für das Härten, Veredeln und Beschichten von Oberflächen, ist auch während der Corona-Pandemie weiter auf Wachstumskurs:

  • Aktuell werden mit großem Aufwand neue Beschichtungs-Anlagen im Buttenheimer Werk installiert.
  • Abgeschlossen wurde auch der Umzug des Allgäuer H-O-T-Servicecenters von Memmingen nach Heimertingen.
  • Und das 1997 gegründete Schmöllner Servicecenter wurde im Mai 2019 vom Landrat des Altenburger Landes Uwe Melzer als einzige Firma in der Kategorie Wirtschaft für „besondere Verdienste für die Region“ beim Jahresempfang mit einer Medaille geehrt.

Oberflächenveredelung ist hier Familiensache

Historisch ist das Nürnberger Unternehmen seit jeher familiengeführt. 1972, damals noch zugehörig zur Edelstahlwerke Witten AG, wurde eine Salzbadhärterei zur Unterstützung der Verkaufsniederlassung gegründet. 1988 erhob Thyssen den Nürnberger Wärmebehandlungsbetrieb zu einer eigenen erfolgreichen Sparte mit der Markenbezeichnung „H-O-T“, d.h. Härte- und Oberflächentechnik.
1994 übernahm Jürgen Bach die Firma im Rahmen eines Management Buy-Outs und verselbstständigte sie. 1997 trat sein Sohn Dipl.-Phys. Frank-Peter ins Unternehmen ein, und er erweiterte – nach den traditionellen Metiers der Vakuumhärterei und des Plasmanitrierens – die dritte Fachkompetenz, das Hochleistungsbeschichten. 2003 wurde die Salzbadhärterei geschlossen; seitdem wird die Wärmebehandlung von Werkzeugen und Bauteilen aus un- und niedriglegierten Stählen im Schutzgas durchgeführt.

Insgesamt neun „Servicecenter“ entstehen

Es setzte ein anhaltendes Firmenwachstum ein; seit 2019 gehören zu H-O-T nunmehr neun moderne Produktionsstandorte für die Veredelung von Werkzeugen und Bauteilen, so genannte „Servicecenter“ mit zehn Betrieben. Insgesamt werden 450 Mitarbeiter beschäftigt, darunter ein Dutzend Auszubildende (kaufmännisch, in der IT sowie als Werkstoffprüfer Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik). Die Nachfolgegeneration der Firmenführung steht mit den beiden Töchtern Ann-Kathrin und Florentin Bach in den Startlöchern.

Mit den Jahren kamen neue Serviceniederlassungen ins Spiel. 2007 etwa entstand das Allgäuer Servicecenter in Memmingerberg −, dieses zog 2019 in ein eigenes Gebäude nach Heimertingen um. Dort können die Arbeitsabläufe (von 25 Mitarbeitern) für die Vakuumhärterei und das Plasmanitrieren weiter optimiert werden.
2008 wurde in Buttenheim die H-O-T Tribotechnik GmbH & Co. KG eröffnet. Der H-O-T-Anlagenbau zog 2012 vom Kleinreuther Weg in Nürnberg nach Nürnberg-Eibach; 2015 übernahm H-O-T die Härtetechnik Fellbach (samt Vakuum- und Schutzgashärten sowie Gasnitrieren und Salzbadnitrocarburieren). 2016 wurde das Beschichtungszentrum aus dem Kleinreuther Weg ebenfalls nach Eibach verlagert.

Nahezu kein Teil ist zu groß oder zu klein

50 Mio. Bau- und 35 Mio. Werkzeugteile werden jährlich bearbeitet (mit einem Gewicht von 1 g bis 5 t). H-O-T arbeitet für Branchen wie die Automobilindustrie, Aerospace, für den Maschinen- und Werkzeugbau, die Kunststoffproduktion, Lebensmittel, Sportgeräte oder Konsumgüter.

Foto: H-O-T Härte- und Oberflächentechnik
H-O-T-Werk in Buttenheim: Auch in Corona-Zeiten fertigt die Firma weiter, nicht nur für so genannte „systemrelevante“ Kunden (etwa aus der Medizin- oder der Lebensmittel-Branche).

Kompliziertes Geschäft, mit Leidenschaft

Womit das Unternehmen seit über 40 Jahren an Renommée gewinnt, ist leicht zusammengefasst, im Detail für den Laien aber kaum verständlich: mit der Wärmebehandlung und der Beschichtung verschiedener Oberflächen unterschiedlicher Stähle. Die H-O-T-Experten (Chemiker, Physiker, Ingenieure) diskutieren daher über Standzeiten, Abrieb oder Zerspanung, über thermische Belastungen, Stickstoffabschreckung, Anlassvorgänge, Nitride und Legierungen oder über Aufschweißen, Hafteigenschaften oder Schichtsysteme.

Dafür werden bei H-O-T – abhängig vom Stahl − die drei Grundmöglichkeiten Härten, Nitrieren und Beschichten eingesetzt. H-O-T ist seit jeher, nach Angaben des Mitglieds der Geschäftsleitung Herbert Nitsche, „eine der wenigen Werkzeughärtereien in Deutschland, die alle drei Verfahren aus einer Hand bieten kann. Und das mit sehr kurzen Lieferzeiten.“

Drei Hauptverfahren

Die Werkzeuge und Bauteile, die H-O-T von seinen Zulieferern (z.B. aus der Automobilindustrie) zur Behandlung erhält, werden im Vakuum oder per Schutzgas bei zum Teil über 1.000 °C gehärtet. In Plasma- oder Gasnitrieranlagen wird die Härte der Werkstückoberflächen erhöht. Einen zusätzlichen Verschleißschutz bzw. eine weitere Härtesteigerung an der Oberfläche wird durchs Beschichten in Hochvakuumanlagen erreicht (und besonders dafür ist eine aufwändige Reinigung notwendig).

Härten, Veredeln und Beschichten in Kombination

Nitsche erklärt: „Natürlich kommt es bei all diesen Prozessen auf die Einzelteile und deren Verwendung an. Es gibt Kombinationen aus allen drei Grundverfahren.“ Es geht meist darum, die Standzeiten der Werkzeuge zu verbessern und extrem belastete Bauteile noch zuverlässiger zu machen. Neu entwickelt wurden in den letzten Jahren hochkomplexe Verfahren wie „hi-fusion“ und „evochrome“; es kamen ständig neue Schichten hinzu, z.B. die „Novadur“-Reihe.

Mit einer eigenen Fahrzeugflotte bundesweit unterwegs

Entscheidend für den Geschäftserfolg sei des Weiteren, erklärt Vertriebsleiter und Ingenieur Nitsche, „dass unsere Bearbeitungs-, Logistik- und Beratungscenter über ganz Deutschland verteilt sind. Das schafft kurze Lieferwege und schnelle Kontakte zu unseren über 3.000 Kunden.“ H-O-T liefert seit Jahren schon mit einer eigenen Fahrzeugflotte bundesweit aus. Optimiert wird dieser Transporterservice durch eine interne „Nachtumfuhr“.

Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie

Die Anforderungen steigen ständig: Das bedeutet zum einen, dass Anlagen durch noch bessere ersetzt werden müssen, und dass zum anderen die H-O-T-eigene Forschung immer neue Schichten entwickelt – natürlich je nach branchenspezifischen Anforderungen. Um all diese Entwicklungen voran zu treiben, arbeitet H-O-T nicht zuletzt auch mit Universitäten, Anlagenbauern und Stahlherstellern zusammen. „Natürlich“, so Nitsche abschließend“, „wird auch viel im eigenen Labor erforscht, geprüft, getestet und verbessert“. Alles in allem entstehen jene Impulse, die das Unternehmen seit über 40 Jahren auf Wachstumskurs halten.

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