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Der Feldofen für die Ukraine besteht aus 22 Einzelteilen. Alle wurden automatisiert mit dem Laser geschnitten, anschließend gebogen und verschweißt.
Foto: Trumpf
Der Feldofen für die Ukraine besteht aus 22 Einzelteilen. Alle wurden automatisiert mit dem Laser geschnitten, anschließend gebogen und verschweißt.

Biegezentren

Feldöfen für die Ukraine

Mit einer besonderen Aktion bringt die Kuipers Technologies GmbH Wärme in das geschundene Kriegsgebiet: Die mobilen Feldöfen dienen zum Heizen und Kochen.

Der ukrainische Zivilist steht direkt an der Front. Um ihn herum nur Zerstörung: keine Häuser, keine Unterstände. Es ist bitterkalt. Soeben hat er erfahren, dass bald Feldöfen geliefert werden. Sie sind mit Holz beheizbar und bieten Platz für einen Kochtopf, um Wasser oder Lebensmittel zu erwärmen. Er ist der Mannschaft der Hilfsorganisation „Helping Hands“ dankbar und er freut sich auf ein bisschen Wärme in diesen Tagen der Kälte.

Ein Projekt in Rekordgeschwindigkeit

Die Idee, Öfen in die Ukraine zu liefern, kommt von Heiner Meiners und Markus Vähning von der Hilfsorganisation „Helping Hands“ in Lathen im Emsland. Sie haben die unerträgliche Situation der Menschen vor Ort erlebt und ihnen war klar, dass schnelle Hilfe notwendig ist. Sie gewinnen Spender, die ihr Projekt finanziell unterstützen möchten und wenden sich dann an Michael Kuipers, Geschäftsführer der Kuipers Technologies GmbH mit Sitz im benachbarten Meppen. Sein Unternehmen hat sich auf die Serienfertigung von Baugruppen spezialisiert und beliefert internationale Kunden aus zahlreichen Branchen. „Natürlich haben wir sofort unsere Unterstützung zugesagt“, erzählt Kuipers. „Wobei die enge Zeitvorgabe – 760 Öfen in knapp drei Wochen konstruieren und produzieren – schon eine gewaltige Herausforderung war. Andererseits bietet unsere automatisierte Fertigung die besten Voraussetzungen für so ein Projekt in Rekordgeschwindigkeit.“ Rückenwind gibt es auch von der Kuipers Belegschaft: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gerne bereit, für die Hilfsaktion Überstunden zu machen.

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Gemeinsam mit Betriebsleiter Karsten Hanenkamp, seinen engagierten Mitarbeitern und dank automatisierter Fertigung hat Michael Kuipers (rechts) die Zeitvorgabe drei Wochen eingehalten.
Foto: Trumpf
Gemeinsam mit Betriebsleiter Karsten Hanenkamp, seinen engagierten Mitarbeitern und dank automatisierter Fertigung hat Michael Kuipers (rechts) die Zeitvorgabe drei Wochen eingehalten.

Tempo durch automatisierte Fertigung

Zunächst setzt sich Karsten Hanenkamp, Betriebsleiter bei Kuipers, mit Mitarbeitern aus der Konstruktionsabteilung zusammen. „Die Vorgabe war, dass der Ofen ausreichend Heizkapazität liefert und ganz einfach zusammenzubauen ist“, erzählt er. Außerdem sollte der Feldofen gut zu transportieren und nicht zu schwer sein. Klar war auch: „Aufgrund des engen Terminplans kam nur eine automatisierte Fertigung aller Teile in Frage“, so Hanenkamp. Eine glückliche Fügung war, dass erst vor kurzem die neue Schwenkbiegemaschine Tru Bend Center 7020 von Trumpf bei Kuipers in Betrieb genommen wurde. „Wir wollten einen möglichst großen Brennraum für unseren Ofen produzieren und das natürlich automatisiert. Das ist mit einer herkömmlichen Biegemaschine nicht machbar. Nur die Tru Bend Center 7020 ist dazu in der Lage“, erklärt Hanenkamp, und Michael Kuipers ergänzt: „Wir haben das Potential der Maschine voll ausgenutzt und für den Brennraum einen Durchmesser von 333 Millimeter veranschlagt. Da passt dann schon eine ganze Menge Holz rein.“ Zeit spart auch der an die Tru Bend Center 7020 angeschlossene Be- und Entlade-Roboter: Seine Greifer stapeln die fertigen Biegeteile direkt auf Paletten, die anschließend in die Schweißerei zur Weiterbearbeitung gehen.

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Die neue Schwenkbiegemaschine Tru Bend Center 7020 ermöglichte das automatisierte Biegen des relativ großen Brennraums von 333 mm.
Foto: Trumpf
Die neue Schwenkbiegemaschine Tru Bend Center 7020 ermöglichte das automatisierte Biegen des relativ großen Brennraums von 333 mm.

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Leichter Transport mittels Tragegriffen

Innerhalb von nur 48 Stunden haben die Konstrukteure einen Prototyp des Ofens entwickelt und gebaut. „Wir haben ihn befeuert, um sicherzustellen, dass sich nichts verzieht“, erzählt Michael Kuipers. „Nach ein paar Nachbesserungen ging‘s direkt in die Produktion.“ Der Feldofen besteht aus insgesamt 22 Teilen. Zum Zusammenbau der Einzelteile haben die Konstrukteure dem Griff der Ofentür eine geniale Zweitfunktion gegeben: Er funktioniert als Schraubenschlüssel, mit dem sich die wenigen Schrauben befestigen lassen, welche die Ofenteile zusammenhalten. Eine bebilderte Bauanleitung macht den Aufbau zum Kinderspiel. „Alle Einzelteile liegen in der verschlossenen Brennkammer und bilden so ein Set, das sich mithilfe von zwei angebrachten Tragegriffen leicht transportieren lässt“, sagt Kuipers.

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Mit dem Feldofen lässt sich heizen und kochen. Die Tragegriffe machen ihn mobil verwendbar.
Foto: Trumpf
Mit dem Feldofen lässt sich heizen und kochen. Die Tragegriffe machen ihn mobil verwendbar.

Weitere Hilfe geplant

Die Mannschaft von Kuipers hat die sportliche Zeitvorgabe mithilfe von viel Engagement und automatisierter Maschinen eingehalten und 760 Feldöfen in etwas mehr als drei Wochen produziert. „Wenn die jetzt so auf unserem Hof stehen, sieht das viel aus. Aber uns ist schon klar, dass sie angesichts der vielen frierenden Menschen in der Ukraine nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind“, so Michael Kuipers. Ende Januar brachte die Organisation Helping Hands die Öfen auf Lkws ins Kriegsgebiet. Und für Kuipers steht fest, dass er mit seinem Team weitere Öfen produzieren wird, wenn sich Spender finden, die sich finanziell an diesem Projekt beteiligen.

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Michael Kuipers, Geschäftsführer der Kuipers Technologies GmbH (links) und Markus Vähning von der Hilfsorganisation „Helping Hands“ freuen sich über 760 in Rekordzeit hergestellte Öfen für die Ukraine.
Foto: Trumpf
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