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Foto: Lasertec
Eine der fünf Biegeinseln von Omas Spa mit Tru Bend 5170 Einheiten, bedient von zwei Fanuc-Robotern zum automatischen Be- und Entladen von Roh- und Biegeteilen. Für das Unternehmen brachten Digitalisierung und Automation den Erfolg nach schweren Zeiten.

Automatisierung

Erfolgsrezept Digitalisierung und Automation

Seit den 80er Jahren setzt Omas Spa konsequent auf Automation und Digitalisierung. Das wurde für das Unternehmen zum Erfolgsrezept. 

Dass Digitalisierung und Automation ein Unternehmen aus schwierigen Fahrwassern heraus zum Erfolg führen können, belegt das Beispiel eines italienischen Unternehmens, das heute als eines der führenden in der italienischen Blechbearbeitung bezeichnet werden kann. Omas Spa aus dem italienischen Numana, wurde 1966 als mechanische Metallwerkstatt gegründet und fertigte Teile für die Akkordeon- Produktion. Ende der 70er Jahre kam es durch die Einführung japanischer Elektronikprodukte zu einem Einbruch in der Produktion der Musikinstrumente und das Unternehmen war, wie viele in der Region, zu einer Umstrukturierung gezwungen, was damals zur Entlassung von 50% der Belegschaft führte. Marco Grilli, heutiger Gesellschafter und Geschäftsführer des Unternehmens kam im Januar 1985 zu Omas mit dem Ziel, das Unternehmen aus dem Musikinstrumentenmarkt herauszuführen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und dazu neue Technologien einzuführen. Marco Grilli erinnert sich: "Ich hatte immer im Hinterkopf, was mein Vater mir zu Beginn meines Studiums gesagt hatte. Studiere, um eine Profession zu haben, etwas, das dir niemals jemand wegnehmen kann. Und ich beschloss, dass das Unternehmen mit dem Kauf unserer ersten Stanzmaschinen mit technologisch fortschrittlichen Systemen ausgestattet werden musste.“

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Foto: Lasertec Marco Grilli (re.), Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer von Omas, und Dragan Stanic, Verkäufer der Laserabteilung der italienischen Niederlassung von Trumpf, kooperieren eng in Sachen Automatisierung.

Heute gilt das Unternehmen in Italien als ein führender Verarbeiter von Blechen und Rohren und darf als Vorzeigemodell für Automatisierung und Digitalisierung betrachtet werden. Laserschneiden, Laserrohrschneiden, Stanzen, Schweißen biegen – alles Technologien, die das Unternehmen im Laufe der Zeit eingeführt hatte und sich ein breites Know-how aufgebaut hat. „Wir haben uns kontinuierlich weiterentwickelt und haben heute 4 Maschinen zum Flachschneiden, 5 Systeme zum Schneiden von Rohren, 3 Biegemaschinen, 5 Roboter-Biegeinseln, ein Lasersystem zum 3D-Schneiden- und Schweißen im Einsatz. So haben wir uns zu einem der größten Zulieferzentren in Italien entwickelt. Immer mit dem Ziel neueste Technologien zum Einsatz zu bringen.

Der Erfolg kam mit der Automation

Mittlerweile sind bei uns 40 Roboter in der Fabrik automatisch im Einsatz“, erklärt Marco Grilli die Unternehmensstrategie. Gesteuert wird das Unternehmen von einer kleinen Gruppe von Ingenieuren und Technikern aus dem technischen Büro des Unternehmens, die für den technischen Fortschritt bei Moas verantwortlich sind.

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Foto: Omas Beispiel für eine Produktionseffizienz-Analyse, wie sie bei Omas dank der hohen Digitalisierung der Produktionsstruktur existiert.

Marco Grilli erklärt: „Die Vorteile der Automatisierung liegen auf der Hand. Heute haben wir bei gleicher Fläche dadurch die doppelte Kapazität wie früher. Um das zu steuern, haben wir eine maßgeschneiderte Management-Software entwickelt, die unter Berücksichtigung aller fixen und variablen Kosten für jede Anlage die Software der einzelnen Maschinen einbezieht. Auf diese Weise können wir zeitnah auf jede Arbeitsanfrage reagieren, was uns sofort in die Lage versetzt, die Gewinnspanne zu bestimmen.“ Omas hat so jedes Papierdokument aus der Produktion verbannt und ist in der Lage alle Protzesse in der Fertigung digital zu dokumentieren und zu analysieren.

Digitalisierung auf hohem Niveau

So werden Probleme in den einzelnen Fertigungslinien aufgezeichnet, und analysiert. So wird schnell ersichtlich, welche Anlage lange Stillstandzeiten hat, oder auch einen hohen Rüstaufwand. Durch die Betrachtung solcher Daten kann Omas schnell Probleme identifizieren, und passende Lösungen zu effizienteren Maschineneinsatz entwickeln. „Wir sehen schnell, ob wir bestimmte Tätigkeiten vielleicht besser auf einer anderen Anlage durchführen sollten, oder ob wir – etwa beim Schweißen – mit falschen Parametern arbeiten. Bis hier hin war es ein langer und auch kostspieliger Weg, aber das hat sich ausgezahlt“, erklärt Marco Grilli. So zeigt sich die Automatisierung und Digitalisierung durch das ganze Unternehmen und ist heute mit ein Garant für den Erfolg von Omas.

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Foto: Lasertec Jede Anlage bei Omas ist mit zwei Bedienfeldern ausgestattet: eines für die Bedieneinheit, das andere zur Anzeige des bearbeiteten.

Beim Schneiden von Blechen etwa, hat Omas derzeit 5 Lasersysteme im Einsatz. Eine Trumpf Trumatic 6000 mit 3kW Scheibenlaser und vier Tru Laser 5030 mit 5 bis 10 kW Laser ausgestattet. Zudem verfügen alle Anlagen über die Lift Master Be-und Entladeeinheit Trumpf-Sort Master zum vollautomatischen Sortieren größerer und kleinerer Bauteile.

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Foto: Omas Im Vordergrund die Flachbett-Laserschneidanlage Tru Laser 5030 mit 10-kW-Quelle Tru Disk 10001; im Hintergrund das große Stopa-Lager mit zwei Turmreihen, mit insgesamt 995 Paletten.

Diese Systeme werden automatisch aus einem großen Lager mit zwei Reihen von Türmen und insgesamt 995 Paletten beschickt. Alle Anlagen arbeiten unbemannt. „Ursprünglich haben wir dies 10 kW Leistung gewählt, um mit höherer Geschwindigkeit die bis zu 5-6 mm dicken Bleche zu schneiden, mit denen wir meistens arbeiten, dann haben wir aber auch gesehen, dass wir auch bei dickeren Blechen mit guten Ergebnissen arbeiten können, obwohl der Großteil unserer Arbeit Bleche bis zu 6 mm Dicke betrifft“, zeigt sich Marco Grilli erfreut über die Flexibilität die er mit seinen Anlagen hat. Um diese Flexibilität mit diesem Automatisierungsgrad der Anlagen zu erreichen, hat Omas seinen Maschinenpark verändert.

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Foto: Omas Die Rohr- und Stangenlaserschneidanlage Tru Laser Tube 7000, angetrieben von der 4-kW-Quelle Tru Disk 4001; wird aus dem große Lager, für die Rohrbearbeitung gespeist.

Ursprünglich hatten wir uns für andere Systeme entschieden; waren aber mit deren Leistung nicht zufrieden. Wir wollten auch ein zentrales Lager haben, um den Fluss der Bleche zu automatisieren und da fanden wir für das andere System keine zufriedenstellende Lösung“, erklärt Marco Grilli den Wechsel zu den Trumpf-Anlagen mit angeschlossenem Stopa-Lager.

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Foto: Lasertec Auch die Gabelstapler, die die bearbeiteten Komponenten transportieren, sind mit einem Bedienfeld ausgestattet, das den Bestimmungsort des Produkts anzeigt.

In der Biegeabteilung sind 5 Trubend-Biegeinseln im automatischen Dauerbetrieb, die jeweils mit zwei Fanuc-Robotern verbunden sind: Einer nimmt das Blech von einer Palette auf und bringt es zur Biegemaschine, der andere nimmt das gebogene Teil auf und legt es sauber in einen Metallbehälter ab; alles ohne die Hilfe eines Bedieners. Jede Insel hat zwei Paletten zum Laden der Bleche und zwei Behälter zum Entladen der Biegeteile. Die Steuerungen der Biegeeinheiten berücksichtigen die bearbeiteten Bauteile und geben den Robotern digital den Auftrag, die zweite Palette aufzunehmen und abzulegen, ohne den Arbeitsfluss zu blockieren. Zwei Bediener beaufsichtigen die 5 Roboterinseln und sortieren die vollen und leeren Paletten. Jede Anlage ist mit zwei Monitoren ausgestattet, einer für die Maschinensteuerung und einer für das Bauteil-Design. So können laut Marco Grilli die Bediener jederzeit den Betrieb der Maschine optimal überwachen. Auch die eingesetzten Gabelstapler sind mit Displays ausgestattet und mit dem Steuerungssystem von Omas verknüpft. Jeder Fahrer weiß so immer, wo er hin muss. Neben den Staplern kommen auch mannlose Transportsysteme zum Einsatz. Alle Transportsysteme wissen durch die Vernetzung immer wo welche Teile im großen Lagersystem abzulegen sind. Für Omas hat es sich ausgezahlt, dass das Unternehmen schon früh auf Automatisierung und Digitalisierung gesetzt hat. So konnte Marco Grilli das Unternehmen zu einem Musterbeispiel effizienter Blechbearbeitung entwickeln und zukunftsfähig machen.

Foto: Schmalz

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Foto: Fronius

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Foto: Trumpf

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