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Eine patentierte, spezielle Anordnung des Schleifgewebes ermöglicht es Boeck, eine besonders hohe Abtragsrate zu erzielen.
Foto: Boeck
Eine patentierte, spezielle Anordnung des Schleifgewebes ermöglicht es Boeck, eine besonders hohe Abtragsrate zu erzielen.

Entgraten

Erfolgsfaktor Begeisterung

Einen entscheidenden Anteil beim Entgraten hat das eingesetzte Schleifwerkzeug. Das Entwicklungspotenzial bei diesen Werkzeugen hat man bei Boeck in Leipheim erkannt und eine beeindruckende Fertigung aufgebaut, mit der die Spezialisten nun seit rund 9 Jahren hochqualitative Schleifmittel entwickeln und produzieren.

Das Entgraten und Kantenverrunden von Blechbauteilen ist mittlerweile ein absolutes Muss und fand seinen Durchbruch in der Branche gegen 2010. Nicht nur, dass die Bauteile dann Handfreundlicher sind und Verletzungen vermieden werden können, auch für Nachfolgeprozesse wie etwa das lackieren oder Beschichten sind gratfreie Bauteile einfach unabdingbar, um Schäden und beispielsweise ein Abplatzen des Lackes zu verhindern. Wurde früher oftmals teilweise gar nicht oder von Hand entgratet, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Herstellern, die sich des Themas mit ihren Anlagen angenommen haben.

Das ist aber nur die eine Seite für ein erfolgreiches und prozesssicheres Entgraten und Kantenverrunden. Die beste Anlage allein nützt aber nichts, wenn die eingesetzten Schleifmittel nicht ebenso höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Sieht man sich da dann bei den Anlagenherstellern um, stellt man schnell fest, dass es wohl kaum einen Anbieter gibt, der nicht auch Schleifmittel der Leipheimer Boeck GmbH in seinen Anlagen zum Einsatz bringt. Was aber macht die Schleifmittel von Boeck zu etwas Besonderem?

Hohe Produktqualität

Die Boeck GmbH ist eigentlich noch ein sehr junges Unternehmen. Gründer Jochen Böck erinnert sich: „Ich habe im Juli 2013 die Firma gegründet und die Fertigungsprozesse für die Herstellung der Entgratteller aufgebaut. Anschließend die ersten Werkzeuge gefertigt und dann kam es gleich zu einem ersten Auftritt auf der Blechexpo. Und von da an ging es mit dem Unternehmen immer steil bergauf. „Unsere Kunden haben schnell gesehen, dass wir sehr gute Qualität bieten und unsere Produkte auch fertigungstechnisch sehr gut umgesetzt waren, fährt Jochen Böck fort. Und in der Fertigungstechnologie liegt auch ein großer Pluspunkt des Unternehmens. Wer Boeck in Leipheim besucht und sich das Unternehmen ansieht, findet in der Boeck-Fertigung ausschließlich selbst entwickelte und gebaute Fertigungsanlagen. „Wir stellen alle Entgratwerkzeuge auf von uns eigens für die Produktion entwickelten Anlagen her, damit wir in der Lage sind, hochqualitative Schleifmittel wirtschaftlich zu produzieren.“, erklärt Jochen Böck weiter.

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Marc und  Jochen Böck (v.li.): In Leipheim werden nicht nur die Schleifwerkzeuge selbst entwickelt, sondern auch die Produktionsanlagen.
Foto: Gerhard Maier
Marc und  Jochen Böck (v.li.): In Leipheim werden nicht nur die Schleifwerkzeuge selbst entwickelt, sondern auch die Produktionsanlagen.

Beim Rundgang durch die Fertigung merkt man dabei auch schnell, dass die Unternehmensphilosophie ‚Hochleistungstechnologie = Begeisterung x Technologie‘ nicht nur einfach auf dem Papier steht, sondern in Leipheim auch gelebt wird und der 6. Platz unter den von Focus ermittelten Wachstumschampions von 2021 auch kein Zufall ist. „Wir stellen unsere Produkte, aber auch unsere Fertigungstechnologie ständig in Frage und machen uns Gedanken darüber ob wir hier noch Verbesserungen erzielen können.

Möglichst viele Prozessschritte in einem Modul

Dazu entwickeln wir einzelne Produktionsmodule und versuchen in dieses möglichst viele Prozessschritte der Fertigung zu integrieren und parallelisieren. Das ist etwas, was wir hier bei uns auf die Spitze treiben. Und so können wir dann auch bei Bedarf einfach ein zusätzliches Modul einer jeweiligen Produktionslinie hinzufügen und auch auf die Nachfrage reagieren“, erklärt Jochen Böck. Auf diese Weise ist bei Boeck eine skalierbare vollautomatisierte Fertigung entstanden, die es so bei keinem anderen Anbieter zu sehen gibt. Auch die Begeisterung für die Technologie stellt man bei einem Gespräch mit Marc oder Jochen Böck schnell fest.

Das erste Produkt, das damals von Boeck hergestellt wurde, war ein Entgratteller Quick115 Brown Edition, die zum Entfernen leichter Grade und zum Verrunden eingesetzt werden konnten. In den Boeck-Produkten liegt der zweite Teil des Erfolgsgeheimnisses des Unternehmens. „Wir lassen zwar mittlerweile auch Schleifmittel von verschiedenen Herstellern extra für unsere Produkte herstellen, die richtige Kombination und Konfektion ergeben den entscheidenden Mehrwert. So ist eine spezielle Anordnung des Schleifgewebes bei uns seit 2017 patentiert, erklärt Marc Böck, der ebenfalls in der Geschäftsleitung des Unternehmens sitzt.

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Die  Fingerstruktur wurde 2017 patentiert und ermöglicht es Boeck, eine hohe Schleifmitteldichte zu erzielen. 
Foto: Gerhard Maier
Die  Fingerstruktur wurde 2017 patentiert und ermöglicht es Boeck, eine hohe Schleifmitteldichte zu erzielen. 

„Das in einer Fingerstruktur geschnittene Schleifgewebe ermöglicht uns eine Anordnung, die ein sehr hartes Schleifgewebe sehr flexibel machen. So passen sich die einzelnen Finger sehr schön dem Bauteil an und ich kann in kürzester Zeit eine sehr starke Kantenverrundung erreichen“, erklärt er weiter. Jochen Böck ergänzt: „Je mehr Schleifmittel in einer Maschine drin ist, desto besser funktioniert sie. Aber natürlich ist man hier von der Materialdichte begrenzt. Mit unserem neuartigen Aufbau der Schleifmittel sind wir in der Lage eine sehr hohe Schleifmitteldichte zu erzielen, was gleichbedeutend mit einer höheren Abtragsleistung in der Maschine ist. Je nach Bedarf lässt sich so eine sehr hohe Abtragleistung in der Maschine erzielen, oder aber auch ein größerer Vorschub fahren, was kürzere Prozesszeiten zur Folge hat.“ Was so einfach und logisch klingt, ist es aber nicht. Natürlich könne man auf die Werkzeuge so viel wie möglich Schleifbesatz installieren, allerdings taucht schnell das Problem auf, dass kein gleichmäßiger Anpressdruck auf das Bauteil entsteht, die Flexibilität verlorenen geht und so keine gleichmäßigen Ergebnisse erzielbar werden. „So haben wir unsere Produkte permanent unter der Prämisse möglichst viel Schleifbesatz bei gleichbleibenderFlexibiltät weiterentwickelt, bis wir 2017 dann auf die Idee kamen das Ganze in dieser Fingerstruktur aufzubauen um die optimale Anpassungsfähigkeit zu erreichen“, erklärt Jochen Böck weiter. Meist würden die Anwender die Ziele größtmögliche Verrundung oder eine höhere Entgratgeschwindigkeit verfolgen „Wer heute etwa die Anforderunegnnach DIN EN 1090 sicherstellen muss, muss einen 2 mm Radius dauerhaft erreicht. Dazu werden die Maschinen derzeit sehr langsam betrieben, damit die Einwirkzeit des Schleifmittels maximal ist. Daher ist in den meisten Fällen bei den Anwendern ein Geschwindigkeitsgewinn das wichtigste Thema“, skizziert Jochen Böck die Kundenanforderungen, bei denen Boeck mit seiner patentierten Lösung punkten kann, da das gerade bei Unternehmen die 24/7 fertigen, kürzere Prozesszeiten zu erheblichen Einsparungen führen können. Eine entscheidende Größe könne die Standzeit des Schleifwerkzeuges nicht wirklich sein, denn die ist letztlich ja von der Abtragsleistung abhängig. Daher eigne sich diese weit besser um etwa verschiedene Produkte zu vergleichen.

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Mit dem Schnellwechselsystem von Boeck lässt sich  viel Zeit beim Rüsten einsparen.
Foto: Boeck
Mit dem Schnellwechselsystem von Boeck lässt sich  viel Zeit beim Rüsten einsparen.

Auch interessant ist das von Boeck eingesetzte Schnellspannsystem. „All unsere Werkzeuge sind mit einer Standardaufnahme ausgestattet. Wenn aber ein Kunde einen Materialmix fährt, der sollte natürlich auch das Schleifmittel immer anpassen. Das geht dann mit dem Schnellwechselsystem wesentlich schneller. Da der Werkzeugwechsel nun einmal keine Wertschöpfende Tätigkeit ist, hilft das innerhalb des Prozesses viel Zeit einzusparen“, weiß Marc Böck. Die Schnellspannverschlüsse können bei Bedarf über einen entsprechenden Aufnahmebolzen in der Maschine aufgenommen werden und so die Tellerwerkzeuge der Boeck-Produktfamilie „Quick“ in kürzester Zeit gewechselt werden. Für das Plasma- oder Autogenschneiden hat Boeck auch die passenden Werkzeuge parat. Die beim Schnitt entstehende Schlacke kann man mit den Boeck-Schlackehammerbürsten, bestückt mit einer Vielzahl von flexibel gelagerten Pins leicht entfernen.

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Die Boeck-Schlackehammerbürsten kommen bei der Schlackeentfernung beim Plasmaschneiden zum Einsatz.
Foto: Gerhard Maier
Die Boeck-Schlackehammerbürsten kommen bei der Schlackeentfernung beim Plasmaschneiden zum Einsatz.

Kurze Lieferzeiten

Je nach Anwendung und Material ist Boeck in der Lage, seinen Kunden den optimalen Schleifbesatz zu liefern, und das in der Regel innerhalb von 24 Stunden. „Unsere kurzen Lieferzeiten sind einer unserer großen Vorteile. Weil diese hohe Verfügbarkeit für unsere Kunden sehr wichtig ist, war es für uns von Beginn an, alle Aufträge so schnell abarbeiten zu können. Da haben wir uns durch unsere hochautomatisierte Fertigung einen echten Vorteil erarbeitet“, ist sich Jochen Böck sicher.

Und das, aufgrund der selbst konstruierten Fertigungslinien auch zu einem adäquaten Preis, in Anbetracht der hochqualitativen Schleifwerkzeuge. „Der Preis relativiert sich bei der Betrachtung der höheren Abtragsleistung, letztlich also auch der Zeitersparnis“, erklärt Marc Böck. Von der Qualität der Produkte können sich die Kunden auch vor Ort überzeugen und mit Musterteilen vor Ort Test durchführen lassen. „Wir kennen aber auch die verschiedenen Maschinentypen sehr genau, und können unser Kunden direkt auch am Telefon gut beraten um mit entsprechenden Einstellungen das gewünschte Schleifergebnis zu erzielen“, erklärt Jochen Böck. Insgesamt sind in der Entgrattechnik noch einige Entwicklungen, beispielsweise im Bereich Automatisierung möglich. Und auch bei Boeck arbeitet man stets – auch in Zusammenarbeit mit Universitäten – daran, die Produkte weiter zu entwickeln und das Produktportfolio zu erweitern. Es würde also nicht überraschen, wenn das Unternehmen einen signifikanten Anteil an der zukünftigen Entwicklung der Entgrattechnologie haben würde.

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