Weniger kontaminierte Sekundärstoffe durch einen effizienten Laserschneidprozess.
Foto: LZH

Trenntechnik

Effizienter Reaktorrückbau durch Laserstrahlschneiden?

Lässt sich Laserstrahlschneiden unter Wasser für den Reaktorrückbau einsetzen? Dieser Frage wollen Forscher des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) nachgehen.

In einer Machbarkeitsstudie im Rahmen des Projekts AZULa entwickeln Forscher am LZH einen Laserstrahlschneidprozess und konstruieren einen kompakten Schneidkopf für den Einsatz in einer radiologisch aktivierten und kontaminierten Umgebung unter Wasser. Dieses neue System soll den direkten Rückbau von kerntechnischen Anlagen (Reaktordruckbehältern) ermöglichen.

Die Vorteile des Lasers

Gegenüber den herkömmlich eingesetzten Schneidverfahren, wie beispielsweise Wasserstrahlschneiden oder Sägetechniken, bietet das Laserstrahlschneiden deutliche Vorteile.
Vor allem die Bindung des Schnittfugenmaterials an der Austrittsseite ist ein großer Vorteil des Laserprozesses. Der Aufwand für die abschließende Beckenboden-Reinigung wird deutlich verringert, da im Gegensatz zum Wasserstrahlschneiden oder Sägetechniken so Sekundär- oder Technologieabfälle deutlich vermindert werden. Die Entsorgung dieser Abfälle ist aufwendig und kostenintensiv.

Zudem sind Sägetechniken anfällig für ein Verklemmen des Werkzeugs. Beim Laserstrahlschneiden kann dies nicht auftreten. Somit ließen sich die Prozesszeiten verkürzen. Das Laserstrahlschneiden würde also eine deutlich kostengünstigere Alternative für den Rückbau der Reaktorbauteile darstellen.

Über AZULa

Das Projekt „Automatisierte Zerlegung von Reaktordruckbehältereinbauten mit Hilfe von Unterwasser-Lasertechnik“ (AZULa) wird gemeinsam mit der Orano GmbH durchgeführt. Gefördert wird AZULa vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 15S9408 durch den Projektträger Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit gGmbH (GRS).

Über das LZH

Licht für Innovation – seit der Gründung 1986 hat sich das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) dem Fortschritt der Lasertechnik verschrieben. Gefördert wird es durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Das LZH widmet sich nach eigenen Angaben der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Lasertechnik. Forschung, Entwicklung, Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie Nachwuchsförderung in den Bereichen Photonik und Lasertechnologie sind die zentralen Aufgaben des LZH mit den Forschungsschwerpunkten:

  • Optische Komponenten und Systeme
  • Optische Produktionstechnologien
  • Biomedizinische Photonik

Die Arbeit in den geförderten Forschungsprojekten ist dabei stets an aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Wirtschaft ausgerichtet. Bei den Industrieaufträgen steht der direkte Kundennutzen im Fokus der Arbeiten des LZH.

19 Ausgründungen sind bis heute aus dem Laser Zentrum Hannover e.V. hervorgegangen. Ungefähr 500 Arbeitsplätze sind so entstanden, vor allem in der Region Hannover.

Foto: Fraunhofer ILT, Aachen

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